Merz: „Entscheiden mit Mehrheiten, nicht mit der Waffe“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Anschlagsversuch während eines Korrespondentendinnings in Washington scharf verurteilt. „Gewalt hat keinen Platz in einer Demokratie“, erklärte Merz am Sonntag. „Wir entscheiden mit Mehrheiten, nicht mit der Waffe.“ Er zeigte sich erleichtert, dass Präsident Donald Trump, First Lady Melania Trump und alle Anwesenden unverletzt blieben.
SPD-Koordinator sieht tiefere Spaltung
Metin Hakverdi, Beauftragter der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit (SPD), sieht in dem Vorfall einen weiteren Beleg für die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft. „Dieser Anschlagsversuch ist noch ein weiterer Beleg für die enorme Polarisierung der US-Gesellschaft. Und das gerade bei einer Veranstaltung, die freie Rede und die freie Presse feiern soll“, sagte Hakverdi der „Rheinischen Post“. Er mahnte, dass auch Deutschland daraus lernen müsse.
Trump wird Vorfall für Wahlkampf nutzen
Innenpolitisch könne der Angriff eine ähnliche Wirkung entfalten wie das Attentat in Pennsylvania vor Trumps Präsidentschaftswahl. Hakverdi erwartet, dass Trump den Vorfall im Hinblick auf die Midterm-Wahlen im November nutzen werde, ähnlich wie er es nach dem umstrittenen Ballsaal-Ereignis am Weißen Haus getan habe.
CDU-Politiker: „Maßgebliche Akteure schaffen es nicht zu einen“
Auch der CDU-Außenpolitiker Peter Beyer sieht die Ursachen des Anschlags in der gesellschaftlichen Spaltung der USA. „Maßgebliche Akteure der politischen Führung in den USA schaffen es nicht, die Gesellschaft zu einen“, sagte Beyer der „Rheinischen Post“. Dies führe dazu, dass manche Menschen „nur noch einen Ausweg darin sehen, Irrsinnstaten zu begehen“, die jedoch klar abzulehnen seien. Er beobachte ein weiteres Wachstum von Spaltung, Spannung und Hass.
FDP-Politikerin kritisiert Trump
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Europapolitikerin der Freien Demokraten, wies dem US-Präsidenten eine Mitverantwortung zu. Sie kritisierte Trumps Aussagen als „unterirdisch“ und meinte, man müsse sich nicht wundern, wenn solchen verbalen Exzessen Taten folgten. Zudem mache der einfache Zugang zu Waffen in den USA potenziellen Tätern das Handeln leicht.