Kanzlerbesuch in Mittelost

Merz plant Antrittsbesuch in Israel

Foto: Friedrich Merz am 22.11.2025, via dts Nachrichtenagentur

Im Dezember könnte Bundeskanzler Friedrich Merz Israel besuchen. Diese Reise, die erste eines europäischen Regierungschefs seit über einem Jahr, markiert einen Wendepunkt in den bilateralen Beziehungen. Der Besuch ist strategisch wichtig für die deutsch-israelischen Beziehungen, die in jüngster Zeit durch die Ereignisse im Gazastreifen auf die Probe gestellt wurden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plant im Dezember seinen ersten offiziellen Besuch in Israel. Dies geht aus einem Bericht der „Times of Israel“ hervor, die sich auf diplomatische Quellen beruft. Der vorläufig geplante Zeitraum für die Reise ist der 6. bis 7. Dezember.

Im Rahmen dieses Besuchs sind wichtige Begegnungen vorgesehen. Ein Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu steht auf dem Programm. Zudem ist ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geplant, um den Opfern der Shoah zu gedenken und die historischen Bindungen zwischen Deutschland und Israel zu bekräftigen.

Sollte der Besuch stattfinden, wäre Merz, der im Mai ins Amt gewählt wurde, der erste Regierungschef eines großen europäischen Landes, der Israel seit über einem Jahr besucht. Die deutsch-israelischen Beziehungen, die traditionell durch eine starke militärische Unterstützung Deutschlands für Israel geprägt sind, waren zuletzt durch die humanitäre Lage im Gazastreifen und die zahlreichen Todesopfer belastet. Dies hatte in der deutschen Bevölkerung Forderungen nach einer politischen Reaktion ausgelöst.

Im August hatte Berlin vorübergehend einige Waffenlieferungen an Israel ausgesetzt, nachdem das israelische Kabinett die Eroberung Gaza-Stadts im Konflikt mit der Hamas beschlossen hatte. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Waffenexporteur nach Israel und der wichtigste Unterstützer Israels innerhalb der Europäischen Union. Aktuell ist geplant, die Aussetzung der Waffenverkäufe aufzuheben, nachdem im Vormonat ein Waffenstillstandsabkommen für Gaza erzielt wurde, dessen Beständigkeit jedoch weiterhin als fragil gilt.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)