Merz setzt auf Selbstkritik und Stärke
Friedrich Merz ist im Amt des CDU-Vorsitzenden bestätigt worden. Auf dem Parteitag in Stuttgart erhielt er am Freitagabend 91,2 Prozent der Stimmen. Bei seiner Wiederwahl im Jahr 2024 erreichte er 89,8 Prozent, mit 94,6 Prozent war seine erste Wahl im Januar 2022 noch erfolgreicher gewesen. Die Wahl am Freitag musste mit Papierstimmzetteln stattfinden, da die ursprünglich geplante digitale Abstimmung an technischen Problemen scheiterte.
In seiner Rede zuvor hatte Merz einen breiten Bogen gespannt. Er thematisierte die Außenpolitik und mahnte eine stärkere europäische Unabhängigkeit an, während er gleichzeitig das transatlantische Bündnis beschwor. Die USA würden ihr Interesse als „verlässlicher Taktgeber“ laut Merz nachlassen, worauf man sich einstellen müsse.
Appeasement-Politik kein Weg
Mit Blick auf den Ukraine-Krieg warnte Merz eindringlich vor einer „Appeasement-Politik“. „Wer heute einem naiven Pazifismus folgt, der befördert die Kriege von morgen“, so der CDU-Chef. Er betonte die Notwendigkeit, die europäische Verteidigung zu stärken, um „nicht erpressen lassen“ zu müssen. Auch die Stärkung der europäischen Wirtschaftskraft sei unerlässlich.
Der Parteichef räumte auch eigene Fehler ein. „Vielleicht haben wir nach dem Regierungswechsel nicht schnell genug deutlich gemacht, dass wir diese gewaltige Reformanstrengung nicht von heute auf morgen schaffen können, ich nehme diese Kritik an“, erklärte Merz. Zugleich appellierte er an die Partei, „mutig zu bleiben“ und das Ruder fest in der Hand zu halten.



