Reproduktionsmedizin bremst Zwillingsboom

Mehrlingsgeburten in Deutschland auf Tiefststand seit 1997

Mehrlingsgeburten in Deutschland auf Tiefststand seit 1997
Foto: Frauen mit Kleinkindern (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutschland verzeichnet einen deutlichen Rückgang bei Mehrlingsgeburten. Nach Jahren des Anstiegs liegt der Anteil von Zwillingen, Drillingen und Co. nun so niedrig wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Dies hat offenbar auch mit Fortschritten in der Medizin zu tun, die bewusster auf wenigerlinge setzen.

Weniger Zwillinge, mehr Einzelkinder

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 680.017 Kinder geboren. Davon waren 21.040 Mehrlinge, was einem Anteil von 3,1 Prozent entspricht. Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigte am Dienstag: Dieser Wert ist der niedrigste seit 1997.

Medizintechnik als Treiber des Wandels

Der jahrzehntelange Anstieg der Mehrlingsgeburten – ein Trend, der sich teils durch die Entwicklung der Reproduktionsmedizin erklären lässt, bei der früher oft mehrere Embryonen eingesetzt wurden. Inzwischen geht der Trend dahin, nur noch einen Embryo zu implantieren. Das Ergebnis: Weniger Mehrlingsschwangerschaften.

Alter der Mütter spielt weiterhin eine Rolle

Trotz des allgemeinen Rückgangs bleibt eine Erkenntnis bestehen: Das Alter der Mutter beeinflusst die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsgeburt. Frauen, die Mehrlinge zur Welt bringen, sind im Durchschnitt immer noch älter als Mütter von Einlingen. 2024 lag das Durchschnittsalter der Mütter von Mehrlingen bei 32,9 Jahren, jene von Einlingen bei 31,8 Jahren.

Die Geburt eines Zwillingspärchens

Der weitaus grösste Teil der Mehrlinge kommt als Zwillinge zur Welt. 2024 waren dies 97,7 Prozent. 20.550 Zwillingskinder und 453 Drillingskinder wurden geboren. Weitere Mehrlingskinder rundeten die Statistik ab.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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