Draghi als „Krisenmanager“ geehrt
Der Krönungssaal des Aachener Rathauses war am Donnerstag Schauplatz der diesjährigen Karlspreis-Verleihung. Mario Draghi, ehemals Präsident der Europäischen Zentralbank und italienischer Ministerpräsident, nahm die renommierte Auszeichnung entgegen. Der Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben.
Merz pocht auf Europas Stärke
Bundeskanzler Friedrich Merz hob in seiner Festrede Draghis Verdienste um die Stabilisierung des Euro in „bedrohten Zeiten“ hervor. Merz betonte, dass Draghi bei seinen Entscheidungen, wie der Sparpolitik in Griechenland, durchaus Risiken eingegangen sei, die zum Scheitern hätten führen können. Er lobte die nunmehr positive Entwicklung Griechenlands als Beleg für die Richtigkeit dieser „harten“ Maßnahmen.
Der CDU-Vorsitzende appellierte darüber hinaus an ein erwachtes Europa, seine globalen Einflussmöglichkeiten aktiv zu nutzen. „Europa hat die Chance, die neue Weltordnung dahin mitzugestalten“, sagte Merz. Er mahnte, dass „Normen und Regeln statt Willkür“ gelten müssten. Mit Verweis auf die aktuelle Aufrüstung erklärte Merz, Europa habe seine „Machtmittel“ identifiziert und bestimme selbst, wer für die Gemeinschaft spreche. Auch die wirtschaftliche Stärke müsse zum Durchsetzen europäischer Interessen auf internationaler Ebene eingesetzt werden.
Tradition des Karlspreises
Seit 1950 wird der Karlspreis verliehen und würdigt herausragende Verdienste um Europa. Unter den bisherigen Preisträgern finden sich prominente Namen wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Ursula von der Leyen. Der Preis erinnert an Karl den Großen, den Namensgeber und einstigen „Vater Europas“.




