Keine Verbote, sondern Verantwortung
Für Heidi Reichinnek, die selbst auf Instagram und TikTok Hunderttausende Follower hat, geht der SPD-Vorschlag zu weit. Sie betont das Recht junger Menschen auf digitale Teilhabe und sieht pauschale Verbote als den falschen Weg an.
„Es ist absolut sinnvoll, dass wir endlich darüber reden, wie die Menschen – und insbesondere Jugendliche – in den sozialen Medien besser geschützt werden können“, sagte Reichinnek dem „Spiegel“. Doch klare Verbote für Minderjährige seien keine Lösung.
Konzerne in die Pflicht nehmen
Die Linken-Politikerin setzt stattdessen auf die Pflicht von Unternehmen. „Konzerne, die die Angebote bereitstellen, müssen in die Pflicht genommen werden“, fordert sie. Als wirksames Instrument nennt sie den europäischen Digital Services Act, dessen konsequente Umsetzung sie fordert.
Mehr Schutz, mehr Bildung
Reichinnek verlangt zudem verbesserte Meldemöglichkeiten für Nutzer, schärfere Konsequenzen bei Fehlverhalten auf den Plattformen und eine schnellere Löschung von Inhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt für sie ist die Stärkung der Jugendarbeit. Diese Angebote müssten besser ausgestattet werden, um Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien zu vermitteln.
Längerfristig denkt Reichinnek an europäische Social-Media-Plattformen als Mittel, um unabhängiger von bestehenden Anbietern und deren Problemen zu werden.
Die SPD-Bundestagsfraktion hatte zuvor ein Konzeptpapier vorgelegt, das ein Verbot für unter 14-Jährige vorsieht und für 14- bis 16-Jährige verpflichtende Jugendversionen der Plattformen vorschlägt.