Otte kritisiert mangelnde Anziehungskraft

Litauen-Brigade: Wehrbeauftragter fordert mehr Einsatz für Freiwillige

Litauen-Brigade: Wehrbeauftragter fordert mehr Einsatz für Freiwillige
Foto: Henning Otte am 03.03.2026, via dts Nachrichtenagentur

Dem neuen litauischen Einsatz der Bundeswehr fehlen freiwillige Soldaten. Wehrbeauftragter Henning Otte (CDU) mahnt das Verteidigungsministerium zu mehr Werbung und appelliert an die Freiwilligkeit. Die bisher schwache Rückmeldung für die neue Litauen-Brigade bereitet Sorgen, denn bis 2027 sollen dort über 5.000 Soldatinnen und Soldaten stationiert werden.

Werbung für Litauen-Brigade

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Henning Otte (CDU), fordert vom Verteidigungsministerium eine Kampagne, um mehr Freiwillige für die neue Litauen-Brigade der Bundeswehr zu gewinnen. „Das Verteidigungsministerium muss jetzt noch mal alle Kräfte bündeln, um noch mal Werbung zu machen und an die Freiwilligkeit zu appellieren“, sagte Otte der dts Nachrichtenagentur. Die bisherige Resonanz sei unzureichend.

Attraktivität im Fokus

Otte mahnt, dass das Ministerium sicherstellen müsse, dass die Brigade einsatzbereit ist, wie zugesichert. Er sieht die bisher geringe Zahl an Freiwilligen auch darin begründet, dass es sich nicht um einen mandatierten Einsatz handelt, sondern um eine längerfristige, potenziell dauerhafte Stationierung.

Die Integration der Battlegroup in die Brigade führt dazu, dass der Auslandsverwendungszuschlag wegfällt. Es gibt nur noch einen Dienstzuschlag, der gerade für Mannschaften unattraktiv sei, da sie sich selbst noch um ihre Verpflegung kümmern müssten. Otte forderte hier eine Zwischenbilanz der Attraktivität.

Personalmangel bleibt Kernproblem

In seinem ersten Jahresbericht nannte Otte den Personalaufwuchs als zentrale Herausforderung für die Bundeswehr. Demografische Entwicklung, Fachkräftemangel und hohe Abbruchquoten limitieren den Fortschritt. Ohne eine nachhaltige Personalstrategie drohe eine Kluft zwischen politischen Zielen und militärischer Realität.

Zudem verlangt der Wehrbeauftragte eine verbesserte Ausstattung der Streitkräfte. Die Mittel seien zur Verbesserung der Einsatzfähigkeit vorhanden, nun komme es auf den effizienten Einsatz an. Angesichts der finanziellen Weichenstellung sei eine pauschale Berufung auf Unterfinanzierung keine Ausrede mehr.