Digitale Teilhabe stärken statt sanktionieren

Linken-Chefin kritisiert SPD-Verbote für Kinder in sozialen Medien

Linken-Chefin kritisiert SPD-Verbote für Kinder in sozialen Medien
Foto: Heidi Reichinnek (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken, hält pauschale Verbote für Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken für falsch. Sie betont das Recht auf digitale Teilhabe und fordert stattdessen die stärkere Einbindung der Plattformbetreiber. Konkrete Maßnahmen sollen Nutzer schützen, ohne jungen Menschen den Zugang zur Online-Welt zu verwehren.

SPD will Social Media für U14 verbieten

Ein Vorstoß der SPD-Bundestagsfraktion, wonach soziale Medien wie TikTok und Instagram für Kinder unter 14 Jahren tabu sein sollen, stößt auf Kritik. Auch für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren plant die SPD die Einführung verpflichtender Jugendversionen.

Reichinnek: Verbote sind falscher Weg

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sieht darin die falsche Richtung. „Es ist absolut sinnvoll, dass wir endlich darüber reden, wie die Menschen – und insbesondere Jugendliche – in den sozialen Medien besser geschützt werden können“, sagte sie dem „Spiegel“. „Pauschale Verbote für Kinder und Jugendliche sind dafür allerdings nicht die Lösung, da auch sie ein Recht auf digitale Teilhabe haben.“

Konzerne stärker in die Pflicht nehmen

Statt die jungen Nutzerinnen und Nutzer zu sanktionieren, müssten die verantwortlichen Konzerne stärker zur Rechenschaft gezogen werden, so Reichinnek. Ein wichtiges Werkzeug sei hier der bereits auf europäischer Ebene bestehende Digital Services Act, der konsequenter umgesetzt werden müsse.

Mehr Schutz und Jugendförderung

Die Linken-Politikerin forderte zudem verbesserte Meldemöglichkeiten für Nutzer, deutlichere Konsequenzen bei Fehlverhalten auf den Plattformen und ein beschleunigtes Löschen jugendschutzgefährdender Beiträge. „Außerdem müssen Angebote der Jugendarbeit besser ausgestattet werden, um Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien nahezubringen.“ Mittelfristig sieht Reichinnek auch die Notwendigkeit europäischer Social-Media-Plattformen, um unabhängiger von den aktuellen Angeboten und deren Problemen zu werden.

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