Kritik an leeren Kassen bei Sparkurs

Linke fordert VW-Vorstand zur Bonizahlung an Belegschaft auf

Linke fordert VW-Vorstand zur Bonizahlung an Belegschaft auf
Foto: Volkswagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Linke übt scharfe Kritik am Volkswagen-Vorstand. Angesichts von massiven Gewinneinbrüchen und angekündigten Stellenstreichungen fordert die Partei, dass die Vorstandsboni nicht einbehalten, sondern als Prämien an die Belegschaft ausgeschüttet werden. Dies sei ein Zeichen der Wertschätzung für die hart arbeitenden Mitarbeiter.

Streit um Vorstandsgehälter bei VW

Die Linke hat den Vorstand des Volkswagen-Konzerns aufgefordert, auf die geplanten Bonuszahlungen zu verzichten. „Die Boni müssen zurückgezahlt und als Prämien an die Belegschaft ausgeschüttet werden“, sagte die Linke-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner in einem Interview mit der „Welt“. Ihrer Meinung nach wäre dies ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für all jene, die „in Werkhallen und Büros den Laden am Laufen halten“.

Schwerdtner bezeichnete die Situation als skandalös. „Es ist skandalös, dass die hart arbeitenden Menschen um ihre Jobs und ihre Existenz bangen müssen, während sich das Management die eigenen Taschen füllt“, so die Politikerin. Die hohen Zahlungen seien nach ihrer Ansicht möglich geworden, da sie sich am Netto-Cashflow orientierten, der wegen eingesparter Investitionen gestiegen sei.

Investitionsmangel als Ursache

Die Linken-Chefin sieht die Schuld für die wirtschaftliche Misere klar bei der Konzernführung. „Volkswagen steckt tief in der Krise und die Manager in den Chefetagen sind schuld“, betonte Schwerdtner. Sie warf dem Unternehmen vor, jahrelang „fette Dividenden“ ausgeschüttet zu haben, anstatt in Forschung und Entwicklung zu investieren. Nun, da die Gewinne einbrächen, würden die „Bosse einen brutalen Sparkurs verordnen“.

Volkswagen hatte am Dienstag massive Gewinneinbrüche für das vergangene Jahr vermeldet. Bis 2030 sollen die Kosten gesenkt und konzernweit 50.000 Stellen abgebaut werden. Laut Berichten soll der Konzern seinem Vorstand rund 13,6 Millionen Euro an Jahresboni gezahlt haben.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)