Mehrheit in Bildung und Sicherheit

Lehrer und Polizisten: Beamte im Fokus

Klassenraum in einer Schule (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Knapp zwei Millionen Menschen in Deutschland tragen den Status eines Beamten, Richters oder Soldaten. Die Statistiken zeigen: Nirgendwo anders sind sie häufiger anzutreffen als in Schulen und bei Polizei und Ordnungsämtern. Diese Sektoren sind es auch, die in den letzten zehn Jahren den größten Zuwachs bei den Beamten verzeichneten, während andere Bereiche schrumpften.

Bundesamt zählt fast zwei Millionen

Deutschland zählt fast zwei Millionen Beamte, Richter und Soldaten. Zum Stichtag 30. Juni 2024 waren es genau 1,96 Millionen. Auch wenn Richter und Soldaten keine klassischen Beamten sind, werden sie dienstrechtlich ähnlich behandelt. Diese Gruppe macht gut ein Drittel aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst aus. Die Mehrheit des staatlichen Personals, nämlich 63,6 Prozent, arbeitet hingegen in privatrechtlichen Angestelltenverhältnissen.

Schulen und Polizei: Die großen Arbeitgeber

Die meiste Beamten-Power steckt in den Schulen. 35,6 Prozent aller Beamten, Richter und Soldaten sind an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen tätig – das sind fast 700.000 Menschen. Knapp ein Fünftel, nämlich 19,1 Prozent oder 373.000 Personen, sorgt für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Dazu zählen Polizei, Feuerwehr und Ordnungsämter. Auch die Bundeswehr (10 Prozent) und die Finanzverwaltung (8,6 Prozent) sind bedeutende Einsatzbereiche. Ministerien und Parlamente beschäftigen 8,5 Prozent, während Gerichte und Gefängnisse 6,5 Prozent des Beamten-Personals ausmachen.

Beamtenzahl steigt moderat, Angestellte stark

Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Beamten, Richter und Soldaten um 5,8 Prozent gewachsen. Ende Juni 2014 waren es noch 1,85 Millionen. Deutlich dynamischer entwickelte sich die Zahl der Angestellten im öffentlichen Dienst: Hier gab es ein Plus von 22,1 Prozent, von 2,80 Millionen auf 3,42 Millionen. Insgesamt ist der öffentliche Dienst damit um 15,6 Prozent gewachsen.

Woher kommt der Zuwachs?

Der Anstieg bei den Beamten geht vor allem auf Schulen (+52.000), den Bereich öffentliche Sicherheit (+46.000) und die politische Führung/zentrale Verwaltung (+22.000) zurück. Rückgänge gab es dagegen im Verkehrs- und Nachrichtenwesen (-26.000), was auf Privatisierungen wie bei der Deutschen Bundesbahn zurückzuführen ist. Auch im Bereich Soziales sank die Zahl der Beamten (-10.000), etwa bei der Bundesagentur für Arbeit, wo nicht mehr verbeamtet wird.

Länder sind die Hauptarbeitgeber

Der Bund beschäftigt nur knapp 19 Prozent der Beamten. Die große Mehrheit, 70,1 Prozent, arbeitet für die Länder. Auf kommunaler Ebene sind es 9,7 Prozent. Hauptgrund für diese Verteilung ist die Zuständigkeit der Länder für das Bildungswesen. Dort arbeiten die meisten Beamten, oft als Lehrkräfte. In Baden-Württemberg beispielsweise waren 92,4 Prozent des Schuldienstes verbeamtet, in Berlin dagegen nur 28,2 Prozent.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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