Mehr Praxisnähe und weniger Bürokratie gefordert

Landkreistag begrüßt „richtigen Schritt“ beim Heizungsgesetz

Foto: Heizung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Deutsche Landkreistag hat die Eckpunkte für das neue Heizungsgesetz als längst überfällig und positiv bewertet. Hauptgeschäftsführer Kay Ruge lobt die versprochenen Korrekturen, betont aber die Notwendigkeit von Planungssicherheit und die Vermeidung neuer Belastungen für Bürger und Kommunen.

Kommunale Wärmeplanung erhalten

Die Änderungen am Heizungsgesetz sind ein „richtiger Schritt und waren versprochen“, so Kay Ruge, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistags, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er sieht in den verabredeten Korrekturen eine Annäherung an die Lebensrealität der Menschen. Mehr Technologieoffenheit, weniger bürokratischer Aufwand und eine stärkere Praxisorientierung seien überfällig. Besonders wichtig sei aus Sicht der Landkreise, dass die kommunale Wärmeplanung als strategisches Instrument einerseits erhalte, andererseits aber, gerade für kleinere Gemeinden, vereinfacht und praktikabler werde.

Kritik von Wirtschaftsweisen

Deutliche Kritik an den Plänen der Regierungskoalition äußert dagegen Prof. Monika Schnitzer, die Chefin der Wirtschaftsweisen. Die Öffnung für Gas- und Ölheizungen sorge laut der Münchner Ökonomin für „neue Unsicherheiten“. Fraglich bleibe, ob klimafreundliche Brennstoffe künftig bezahlbar sein werden. Der europäische Emissionshandel werde fossiles Heizen zudem teurer machen, wodurch Gas- und Ölheizungen perspektivisch zur „Kostenfalle“ werden könnten. Schnitzer schlägt vor, den Umstieg auf umweltfreundliche Technologien durch Bürokratieabbau und verbesserte Förderungen verlässlicher und günstiger zu gestalten. Dies würde laut ihrer Einschätzung die Produktionsmengen in der Heizungsindustrie erhöhen und somit die Preise senken.