Union und SPD im Kreuzfeuer

Kritik an GEAS-Reform: Opposition sieht Kinder benachteiligt

Kritik an GEAS-Reform: Opposition sieht Kinder benachteiligt
Foto: Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Vor der Abstimmung über die Umsetzung der EU-Asylreform im Bundestag übt die Opposition scharfe Kritik. Besonders betroffen seien Kinder und Jugendliche, die künftig unter verschärften Bedingungen untergebracht werden könnten. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück.

Debatte vor Abstimmung

Die Pläne der Koalition zur Umsetzung der EU-Asylreform stehen im Zentrum einer heftigen Debatte im Bundestag. Die Opposition wirft der Bundesregierung vor, humanitäre und verfassungsrechtliche Bedenken ignoriert zu haben.

Kinder leiden, so die Kritik

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann kritisierte laut der „Rheinischen Post“, dass gerade Kinder und Jugendliche „Leidtragende der schwarz-roten Reform“ sein werden. Sie könnten zukünftig unter härteren Bedingungen einquartiert werden. Das sei „nicht hinnehmbar“, so Haßelmann, und stelle das Gegenteil von europäischer Solidarität dar.

„Menschenverachtend“ und „isolierend“

Ähnlich scharf fielen die Worte von Clara Bünger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, aus. Sie sprach von der „schwerwiegendsten Asylrechtsverschärfung seit den 1990er-Jahren“ und warf der Regierung vor, Geflüchtete – „auch Kinder“ – zu isolieren und einzusperren. Diese Politik sei „menschenverachtend“ und behandle Schutzsuchende wie Kriminelle. Die Linke kündigte an, das Gesetz abzulehnen.

Bundestag entscheidet

Über die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) wird der Bundestag an diesem Freitag abstimmen.