Experten sehen Rechts Unsicherheit

Kritik an Dobrindts Grenzkontrollen

Kritik an Dobrindts Grenzkontrollen
Foto: Verkehrskontrolle an der Grenze zu Polen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Bundesinnenminister Dobrindt verlängert die Grenzkontrollen bis September. Migrationsexperten wie Daniel Thym und Constantin Hruschka äußern erhebliche Bedenken. Insbesondere die rechtliche Grundlage für Zurückweisungen wird ab Sommer hinterfragt, sobald das neue EU-Asylrecht greift.

Rechtliche Bedenken bei Zurückweisungen

Die Verlängerung der Grenzkontrollen um weitere Monate durch Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) stößt auf deutliche Kritik von Migrationsexperten. Sie bezweifeln die rechtliche Haltbarkeit der fortgesetzten Zurückweisungen.

Neues EU-Asylrecht als Knackpunkt

Migationsforscher Daniel Thym von der Universität Konstanz erklärt, dass die Begründung für Zurückweisungen ab Sommer rechtlich angreifbar wird. Mit Inkrafttreten des neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) im Juni verliere die Argumentation, Deutschland müsse aussetzen, weil die Dublin-Regeln versagten, an Überzeugungskraft.

Dauerhafte Rechtswidrigkeit?

Constantin Hruschka, Professor für Sozialrecht, sieht die Entscheidung kritisch. Er hatte bereits frühere Verlängerungen und die Einführung durch die Vorgängerregierung als rechtswidrig eingestuft und hält an dieser Einschätzung fest. Angesichts der aktuellen Asylzahlen sei keine akute Notlage erkennbar, so Hruschka.

Gefahr für europäischen Konsens

Die Experten warnen zudem vor negativen Folgen für die europäische Migrationspolitik. Das unilaterale Vorgehen Deutschlands gefährde den mühsam gefundenen und fragilen gemeinsamen Weg. Auch die Wirtschaft leide unter den Einschränkungen im Grenzverkehr.

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