Hitze und Stürme setzen Versorgung zu

Klimawandel belastet Stromnetz – Mehr Ausfälle im Sommer erwartet

Klimawandel belastet Stromnetz – Mehr Ausfälle im Sommer erwartet

Windkraftanlagen und Industrietürme im Archivbild. Der Klimawandel könnte in vielen Ländern zu häufigeren Stromausfällen führen, so eine neue Studie. (Archivbild) / Foto: dts Nachrichtenagentur

Die Sommer werden heißer und die Stürme heftiger. Eine neue Studie des europäischen Forschungsnetzwerks „Econpol“ zeigt, dass der Klimawandel bereits zu mehr Stromausfällen führt. Vor allem in den Sommermonaten gerät die Energieversorgung unter Druck. Die steigende Zahl von Extremwetterereignissen birgt Risiken für die Stabilität des Stromnetzes in Deutschland und weltweit.

Sommer als Risikofaktor

Heiße Sommertemperaturen über 30 Grad und zunehmende Unwetter wie Gewitter oder starke Stürme stellen das deutsche Stromnetz auf die Probe. Das haben Forscher des europäischen Netzwerks „Econpol“ in einer neuen Studie festgestellt. Untersucht wurden Stromausfälle in Deutschland, Australien, Brasilien, China und Mexiko über einen Zeitraum von zehn Jahren (2013-2023).

In Deutschland zeigt sich ein klares Muster: Während die Zahl ungeplanter Stromausfälle im Winter am geringsten ist, steigt sie im Hochsommer spürbar an. Allein im Juli registrierten die Wissenschaftler eine Zunahme von 53 Prozent im Vergleich zum Dezember. Ein besonders drastisches Beispiel lieferte der Orkan „Niklas“ am 31. März 2015, als bundesweit 1.887 Stromunterbrechungen an nur einem einzigen Tag verzeichnet wurden.

Deutschland im globalen Vergleich

Filippo Pavanello vom renommierten Ifo-Institut, das an der Studie mitgewirkt hat, betont die Belastung für das Stromsystem durch extreme Hitze und Gewitter. Im Vergleich zu Ländern wie Brasilien oder Mexiko, wo Stromausfälle deutlich häufiger vorkommen und auch länger andauern können, schneidet Deutschland aber noch gut ab. Die durchschnittliche Dauer eines ungeplanten Stromausfalls hierzulande liegt zwischen 1,5 und 2 Stunden. Nur in einem Prozent der Fälle fallen die Lichter länger als 18 Stunden aus.

Dennoch mahnen die Forscher zur Vorsicht. Zwar sorge die zunehmende Vernetzung der europäischen Stromnetze für eine höhere Versorgungssicherheit, da Ressourcen länderübergreifend verteilt werden können. Gleichzeitig erhöhe sich aber das Risiko von Kettenreaktionen. Störungen könnten sich durch die enge Verflechtung schnell über nationale Grenzen hinweg ausbreiten. Deshalb sei neben dem dringend nötigen Netzausbau vor allem eine koordinierte Steuerung, gemeinsame Betriebsregeln und ein intensiver Informationsaustausch zwischen den Netzbetreibern unerlässlich, so die Studie.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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