Frei sieht Verantwortung der Regierung

Kanzleramtschef räumt Kommunikationsdefizite ein – und AfD-Erfolg

Kanzleramtschef räumt Kommunikationsdefizite ein – und AfD-Erfolg

Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) räumt Kommunikationsdefizite ein. (Archivbild: Thorsten Frei und Friedrich Merz)

Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) hat Kommunikationsprobleme der Bundesregierung eingeräumt. Die schlechte Außendarstellung trage zum Erfolg der AfD bei, sagte er im TV-Sender „Welt“. Um die rechtspopulistische Partei zurückzudrängen, müsse die Regierung „entschiedener“ handeln und mehr Inhalte statt Stilfragen in den Fokus rücken. Die Zusammenarbeit mit Kanzler Scholz sei indes intakt.

Frei sieht Nachbesserungsbedarf

Die Umfragewerte bereiten Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) offenbar Sorgen. Die Bundesregierung habe „tatsächlich ein Problem“ in ihrer Kommunikation nach außen, räumte er im TV-Sender „Welt“ ein. „Wir sind da nicht so gut, wie wir sein müssten“, erklärte Frei.

Diese Defizite bei der Außendarstellung seien auch mitverantwortlich für die starken Umfragewerte der AfD. „Die Tatsache, dass die AfD in den Umfragen so erfolgreich ist, hängt natürlich damit zusammen, dass die Regierungsarbeit nicht als erfolgreich wahrgenommen wird“, sagte der CDU-Politiker.

Nun fordert Frei ein Umdenken in der Koalition. Es reiche nicht, nur stoisch den Koalitionsvertrag abzuarbeiten. Die Regierung müsse die „gewaltigen Herausforderungen“ Deutschlands „entschiedener angehen“. Nur so könne es gelingen, die AfD als populistische Partei zurückzudrängen, die es leicht habe, auf Probleme hinzuweisen, ohne Lösungen anzubieten.

Intakte Zusammenarbeit mit Scholz trotz Kritik

Spekulationen über angebliche Spannungen zwischen ihm und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wies Frei entschieden zurück. Sein Verhältnis zum Kanzler sei „intakt“, man arbeite „sehr, sehr gut, sehr vertrauensvoll und auch sehr eng“ zusammen. Die Gerüchte seien haltlos. „Ich wundere mich, das hat überhaupt keinen reellen Hintergrund.“

Frei verteidigte gleichzeitig die Reformanstrengungen der Bundesregierung. Insbesondere die Gesundheitsreform bezeichnete er als die „umfassendste der letzten 20 Jahre“. Sie sei ein wichtiger Schritt, um steigende Lohnnebenkosten und Sozialversicherungsbeiträge zu bremsen und so die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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