Ostbeauftragte: Axt an föderale Solidarität

Kaiser rügt Söder wegen Kritik am Länderfinanzausgleich

Kaiser rügt Söder wegen Kritik am Länderfinanzausgleich
Foto: Markus Söder am 30.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) scharf für dessen Kritik am Länderfinanzausgleich attackiert. Söders Forderungen nach einer Fusion von Bundesländern oder einer Überarbeitung des Systems seien ein Angriff auf den Zusammenhalt zwischen den Regionen Deutschlands. Kaiser verteidigt das bestehende System und betont die historische Unterstützung, die auch Bayern erfahren habe.

Kaiser: Söder greift Solidarität an

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) scharf für dessen wiederholte Kritik am Länderfinanzausgleich kritisiert. Söders Äußerungen würden die föderale Solidarität zerreißen, sagte Kaiser der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Insbesondere die Rede von der Fusion von Bundesländern oder einem ungerechten Finanzausgleich stelle eine Gefahr für das Miteinander von Ost und West, Nord und Süd dar.

Kaiser betonte, dass auch Bayern in der Vergangenheit von der finanziellen Unterstützung anderer Bundesländer profitiert habe. Wer Deutschlands Einheit wahre und gleiche Lebensbedingungen in allen Landesteilen anstrebe, dürfe am bestehenden System des Länderfinanzausgleichs nicht rütteln.

Bayern fordert Reform

Bayern setzt sich seit Jahren für eine grundlegende Reform des Länderfinanzausgleichs ein. Nach einer Neuregelung im Jahr 2020 klagte der Freistaat im Jahr 2023 vor dem Bundesverfassungsgericht. Söder drohte im vergangenen Jahr sogar mit einem Austritt Bayerns aus dem Finanzausgleichssystem. Erst vor wenigen Tagen bezeichnete er das System als „teuer, unfair und ungerecht“.