Vorschläge teils durchdacht, aber praxisfremd

Juso-Chef zweifelt an Social-Media-Verbot für Jugendliche

Juso-Chef zweifelt an Social-Media-Verbot für Jugendliche
Foto: Philipp Türmer, Bundesvorsitzender der Jusos. (Archivbild)

Die Debatte um ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche flammt erneut auf. Während die SPD-Bundestagsfraktion ein Konzept vorgelegt hat, übt Juso-Chef Philipp Türmer daran Kritik. Er hält eine vollständige Umsetzung für kaum machbar und fordert stattdessen eine stärkere Verantwortung der Plattformen.

Skeptischer Blick auf Verbote

Philipp Türmer, der Bundesvorsitzende der Jusos, sieht in der Idee eines Social-Media-Verbots für junge Menschen weiterhin erhebliche Schwierigkeiten.

Das von der SPD-Bundestagsfraktion vorgestellte Konzept nennt er zwar durchdachter als pauschale Forderungen, doch eine zentrale Schwäche bleibt bestehen: „Es wird so getan, als ließen sich junge Menschen von Plattformen fernhalten. Das wird in der Praxis selten vollständig funktionieren, Jugendliche sind klug und finden Wege“, erklärte Türmer gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Jugendschutz statt Verbote

Er betont, dass Verbote am Ende nicht zu einem geringeren Jugendschutz führen dürften. „Darum habe ich bei konkreten Verbotsvorschlägen weiterhin Bedenken und erwarte ein umfassenderes Jugendschutzkonzept, das die Plattformen verbindlich in die Pflicht nimmt.“

Schwere Vorwürfe an Plattformbetreiber

Gleichzeitig rechnete Türmer scharf mit den Betreibern sozialer Netzwerke ab. „Erst letzte Woche behauptete der Instagram-CEO erneut, seine Plattform mache nicht süchtig, obwohl die Konzerne aus eigenen Untersuchungen oft genau wissen, welchen Schaden ihre Produkte anrichten“, kritisierte er. Dies dürfe man den Konzernen nicht durchgehen lassen. „Ich bin klar dafür, die Plattformen konsequent in die Verantwortung zu nehmen“, so der Juso-Chef.

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