Mindestens 17 Tote bei Unruhen.

Iran: Mindestens 17 Tote bei landesweiten Protesten

Foto: Anti-Iran-Protest (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Im Iran kocht die Wut. Seit Tagen gehen Menschen auf die Straße, die wirtschaftliche Lage ist desolat. Die Unruhen fordern auf beiden Seiten Opfer. Berichte sprechen von zahlreichen Toten und noch mehr Festnahmen. Die Regierung deutet Verständnis an, droht aber gleichzeitig mit hartem Vorgehen.

Unruhen im Iran weiten sich aus

Die seit rund einer Woche andauernden Proteste im Iran haben nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bereits mindestens 17 Menschenleben gekostet. Das Netzwerk HRANA meldete zudem die Festnahme von 582 Personen. Die kurdische Gruppe Hengaw sprach von mindestens 17 bestätigten Todesfällen. Im Mittelpunkt der Proteste steht die drückende wirtschaftliche Lage und die anhaltend hohe Inflation, die viele Menschen an ihre Grenzen bringt.

Gewaltsame Auseinandersetzungen in Städten

In zahlreichen Städten, darunter auch in der Hauptstadt Teheran, ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften gekommen. Augenzeugen berichten von gewaltsamen Auseinandersetzungen und lautstarken Parolen, die sich gegen die Staatsführung richten. Dabei bezogen sich Demonstranten auch auf die jüngsten Ereignisse in Venezuela, wo US-Streitkräfte den Staatschef Nicolás Maduro in Gewahrsam genommen haben. Diese hatten laut einigen Medienberichten auch eine Warnung an die iranische Führung darstellen können, die Ereignisse in Venezuela verfolgten auch viele Europäer.US-Streitkräfte in Venezuela

Reaktion aus Washington und Teheran

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt mit einem Eingreifen gedroht, sollte gegen friedliche Demonstranten Gewalt angewendet werden. Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, erklärte indes, dass sich das Land „dem Feind“ nicht beugen werde. Teheran räumte gleichzeitig die herrschende Wirtschaftskrise ein und zeigte Verständnis für die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Gleichzeitig kündigte die Regierung jedoch ein hartes Vorgehen gegen „Randalierer“ an.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)

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