Erholung oder Verdrängungswettbewerb?

Innenstädte beben: Mieten im Einzelhandel ziehen kräftig an

Foto: Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach Jahren der Stagnation verzeichnen die Mieten für Ladenlokale im deutschen Einzelhandel einen deutlichen Sprung nach oben. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) offenbart in 16 ausgewählten Städten ein Plus von sechs Prozent im vergangenen Jahr. Experten sehen darin ein Zeichen der Erholung, warnen aber auch vor einer zunehmenden Konzentration auf Top-Lagen.

Mieten steigen bundesweit

Eine neue Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeichnet ein überraschendes Bild für den innerstädtischen Einzelhandel. Nach einer Phase geringer Mietpreissteigerungen sind die Kosten für Ladenflächen im vergangenen Jahr in 16 deutschen Städten, darunter auch die sieben größten Metropolen, um beachtliche sechs Prozent geklettert. Damit übertreffen die Mieten erstmals wieder die allgemeine Inflationsrate.

Regionale Ausreißer und Favoriten

Besonders dynamisch zeigte sich die Entwicklung in München und Düsseldorf, wo die Mieten in den gesamten Stadtgebieten um über neun Prozent zulegten. In den Innenstädten von Dortmund und Bremen wurden sogar zweistellige Zuwächse verzeichnet. München führt dabei nicht nur die Steigerungsraten an, sondern bleibt auch gemessen an den durchschnittlichen Mieten einer der teuersten Standorte Deutschlands, dicht gefolgt von Stuttgart.

Konzentration auf das Wesentliche

Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass sich der Einzelhandel in den Zentren erholt. Allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass sich diese Erholung stark auf besonders attraktive und zentrale Lagen konzentriert. Kleineren Geschäften in weniger prominenten Bereichen könnten dadurch die Luft ausgehen.

Datenbasis und Methodik

Die Analyse stützt sich auf einen umfangreichen Datensatz von rund 268.000 Mietangeboten für Einzelhandelsimmobilien in Deutschland. Untersucht wurde der Zeitraum von Anfang 2018 bis Ende 2025. Die Immobilienmarktdatenbank der Value AG lieferte die Basis für diese fundierte Untersuchung.