Himmler mit klarer Mehrheit bestätigt
Norbert Himmler ist am Freitag im ersten Wahlgang vom ZDF-Fernsehrat als Intendant wiedergewählt worden. Er erhielt 48 von 53 Stimmen und damit eine deutliche Mehrheit für eine Amtszeit bis ins Jahr 2032. Einen Gegenkandidaten gab es dieses Mal nicht. Zwar gab es ursprünglich sieben Bewerber, die die formellen Kriterien erfüllten. In der Sitzung wurden jedoch nur Himmler und die Journalistin Floria Fee Fassihi zur Wahl vorgeschlagen, wobei Fassihi ihre Bewerbung zurückzog.
KI-Skandal wirft Schatten auf die Wahl
Vor seiner Wiederwahl musste sich Himmler deutliche Kritik vom Fernsehrat anhören. Insbesondere der jüngste KI-Skandal im Sender war Thema. Medienminister Nathanael Liminski (CDU) betonte, dass nicht authentische Bilder mit KI-Generierung in Nachrichtensendungen nichts verloren hätten. Dies bezog sich auf eine Ausgabe des „Heute Journals“, die ein gefälschtes KI-Video eines US-Polizeieinsatzes gezeigt hatte. ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten bedauerte den Vorfall, da er Kritikern Futter gebe, die dem Sender genau das unterstellten.
Maßnahmenkatalog soll Vertrauen zurückgewinnen
Als Reaktion auf die Kritik stellte das ZDF einen Maßnahmenkatalog vor. Die Chefredaktion soll ihre Kenntnisse im Umgang mit Künstlicher Intelligenz im redaktionellen Kontext systematisch erweitern und die Kompetenzen zur Bildverifikation ausbauen. Fremdmaterial soll künftig nur noch einer verbindlichen Quellenhierarchie folgen. Auch die Abnahmeprozesse sollen an die Herausforderungen der digitalen Welt angepasst werden. Ein weiterer Punkt ist die Stärkung einer Fehlerkultur, in der Fehltritte transparent benannt und aufgearbeitet werden.
Himmler, seit 2021 im Amt, erklärte: „Als öffentlich-rechtlicher Sender tragen wir eine besondere redaktionelle und publizistische Verantwortung.“ Seine aktuelle Amtszeit wäre regulär noch bis März 2027 gelaufen. Mit der vorzeitigen Verlängerung sichert er sich nun eine weitere fünfjährige Dienstzeit.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)




