Reaktion auf Ministeriums-Pläne
Die angekündigten Maßnahmen der Bundesregierung zur Einschränkung der staatlichen Unterstützung für Photovoltaikanlagen auf Privathäusern sorgen für Unmut. Insbesondere die geplante Streichung der Einspeisevergütung für Anlagen unter 25 Kilowatt Leistung wird scharf kritisiert.
„Frontalangriff auf kleine Solaranlagen“
Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), appelliert eindringlich, die Förderung für Photovoltaik auf Hausdächern nicht im Zuge der EEG-Reform zu streichen. Mira Wenzel von Agora Energiewende warnt, dass ein plötzlicher Stopp die kleinen Anlagen unwirtschaftlich machen und deren Ausbau „abwürgen“ könnte. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, spricht offen von einem „Frontalangriff auf die kleinen Solaranlagen“.
„Solar-Killer“ angekündigt
Auch aus der Politik kommt scharfe Kritik. Katharina Dröge, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, bezeichnet die Pläne als „Solar-Killer“. Sie befürchtet, dass eine Streichung der Solarvergütung viele Anlagen unrentabel macht und Eigenheimbesitzern die Chance auf günstigen eigenen Strom verwehrt. Dröge wirft der Ministerin vor, die beliebteste Form erneuerbarer Energien zu sabotieren und stattdessen nur noch Politik für Großkonzerne und die fossile Lobby zu machen.
Neue Regeln für Hausdachanlagen
Laut Berichten plant das Bundeswirtschaftsministerium, dass Anlagen auf privaten Wohnhäusern bis 25 Kilowatt keine Förderung mehr erhalten. Diese müssten ihren Strom künftig selbst vermarkten, anstatt wie bisher durch die Netzbetreiber abgekauft zu werden. Für die kleinsten Anlagen unter sieben Kilowatt könnte eine Pflicht zum Einbau intelligenter Stromzähler folgen. Darüber hinaus sollen Solardachanlagen künftig nur noch die Hälfte ihrer Leistung ins Netz einspeisen dürfen. Die Vereinheitlichung des Fördersatzes für Anlagen über 25 Kilowatt würde zudem große Solarparks von Konzernen gegenüber kleineren gewerblichen Anlagen bevorteilen.
