Besorgnis über Einreisebedingungen
Angesichts der verschärften Einreisebestimmungen und des harten Vorgehens von US-Sicherheits- und Einwanderungsbehörden sind die Sorgen deutscher Fußball-Fans vor der bevorstehenden Weltmeisterschaft in den USA berechtigt. Das betont Boris Mijatovic, Menschenrechtspolitiker der Grünen. Er fordert von der Bundesregierung eine klare Strategie zum Schutz der Fans und Funktionäre.
Strategie gefordert
Mijatovic verlangt belastbare Reise- und Sicherheitshinweise, erreichbare konsularische Anlaufstellen sowie transparente Informationen. Auch klare Absprachen mit den zuständigen Behörden vor Ort sind gefordert. Sören Pellmann, Fraktionschef der Linken, teilt diese Bedenken und äußert drastisch: „Die Entwicklung in den USA hat einen Punkt erreicht, wo ich nicht ruhigen Gewissens sagen würde, dass eine Reise sicher ist.“
Abschiebungen als Warnsignal
Pellmann verweist auf die aktuelle Praxis, bei der selbst US-Staatsbürger abgeschoben werden. dies sei ein Beleg dafür, dass „diese Beamten schauen und prüfen nicht zuverlässig, wen sie verhaften und mitunter monatelang in Abschiebegefängnissen verwahren.“ Ein Pass biete keinen ausreichenden Schutz, so Pellmann weiter. „Von daher sage ich: Ja, es besteht Grund zur Sorge um alle, die hinfahren.“
Polit-Boykott als Option?
Die grüne Seite erwägt sogar einen politischen Boykott als Teil einer Gesamtstrategie gegenüber der Trump-Regierung. Das Fernbleiben deutscher Regierungsvertreter von den Spielen könne ein solches Signal sein, so Mijatovic. Auch die Linken zeigen sich prinzipiell offen für solche Maßnahmen, wie Pellmann andeutet.
Union gegen WM-Boykott
Die Unionsfraktion lehnt einen solchen Boykott jedoch entschieden ab. Stephan Mayer, sportpolitischer Sprecher der Union, betont gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), ein Boykott würde die Politik der USA nicht ändern. Vielmehr würde er die Sportler und die Millionen Fans treffen. „Die Politik hat viele geeignete Instrumente, um das Verhalten der US-Regierung zu kritisieren – ein WM-Boykott gehört zweifellos nicht dazu“, so Mayer.



