Von Erwartung bis Respekt
Angela Merkels Name fällt, wenn es um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht. Jürgen Trittin, einst Bundesumweltminister, äußerte gegenüber dem „Spiegel“, dass eine ehemalige Kanzlerin mit ihrer weltpolitischen Erfahrung zweifellos für das Amt des Staatsoberhaupts geeignet sei. Er fügte jedoch hinzu, dass man Merkels erklärte Ablehnung respektieren müsse.
Auch Künast sieht Eignung
Renate Künast, ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin und langjährige Bundestagabgeordnete, schließt sich dieser Einschätzung an. „Frau Merkel wäre eindeutig qualifiziert“, sagte sie dem „Spiegel“. Die Anforderungen an eine Bundespräsidentin seien hoch: Berufs- und Lebenserfahrung, Ausstrahlung und ein tiefes Verständnis für die Amtsaufgaben, von der Verfassungsprüfung bis hin zum Zuhören, wo die Probleme liegen.
Künast ergänzte, dass eine Bundespräsidentin auch frühzeitig Diskussionen über die Zukunft des Landes anstoßen müsse. Sie betonte, dass Merkel ihren Dienst am Land während ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft geleistet habe.
Aktive Rolle in der Nachfolge?
Obwohl Merkel dem Amt laut Künast widerstehen wird, wünscht sich die Grünen-Politikerin eine aktive Rolle der Altkanzlerin bei der Suche nach einer geeigneten Kandidatin. Gerade in schwierigen Zeiten sei Orientierung durch eine überparteiliche, politisch erfahrene Person gefragt. Künast traut Merkel zu, hier einen „professionellen Blick“ einzubringen und mit „erfolgversprechenden Überlegungen“ zu bereichern.
Deutschland hatte bisher noch keine Bundespräsidentin. Steinmeiers Amtszeit endet im Frühjahr 2027.

