Experten bemängeln Dobrindts Vorgehen

Grenzkontrollen kritisiert: „Eis wird rechtlich dünn“

Grenzkontrollen kritisiert: „Eis wird rechtlich dünn“
Foto: Verkehrskontrolle an der Grenze zu Polen (Archiv)

Die Verlängerung der Grenzkontrollen bis September und die damit verbundene Zurückweisung von Migranten durch Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) erntet scharfe Kritik von Migrationsexperten. Sie sehen die rechtliche Basis ab Sommer bröckeln und warnen vor negativen Folgen für die europäische Migrationspolitik.

Rechtliche Bedenken nach EU-Asylreform

Migrationsexperten werfen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, mit der Verlängerung der Grenzkontrollen bis September am falschen Ende zu sparen. Die Begründung, die Zurückweisungen seien wegen der nicht funktionierenden Dublin-Regeln notwendig, verliere mit der Einführung des neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) ab Juni an rechtlicher Substanz. Beim Thema Zurückweisungen wird das Eis ab diesem Sommer rechtlich sehr dünn“, sagte der Migrationsforscher Daniel Thym von der Universität Konstanz der „Welt.

Unrechtmäßiges Vorgehen und Belastung für Wirtschaft

Constantin Hruschka, Professor für Sozialrecht an der Evangelischen Hochschule Freiburg, bezeichnete bereits die vorherige Verlängerung als rechtswidrig und sieht darin auch weiterhin eine Gefahr.

Hruschka kritisierte, dass Deutschland durch dieses unilaterale Vorgehen den fragilen europäischen Konsens gefährde.

Zudem leide die deutsche Wirtschaft unter den Einschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr, so der Experte.

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