Geld für Inflation ausgleichen

Gesundheitsökonom fordert höhere Krankenhaus-Zuzahlungen

Foto: Krankenhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Boris Augurzky vom Essener RWI-Institut schlägt eine Erhöhung der täglichen Zuzahlung für Krankenhausaufenthalte vor. Mit der Anpassung an die Inflation könnten laut dem Ökonomen mehrere Hundert Millionen Euro generiert werden. Er betont die Notwendigkeit einer breiteren Lastenverteilung im Gesundheitssystem.

Krankenhaus-Zuzahlung teurer?

Der Essener Gesundheitsökonom Boris Augurzky vom RWI-Leibniz-Institut hat eine Anhebung der Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte gefordert. Seit 2004 zahlen Patienten pro Tag im Krankenhaus zehn Euro. Augurzky schlägt vor, diesen Betrag auf 15 Euro zu erhöhen, um die Inflation auszugleichen.

Laut Augurzky könnte dies dem Staat jährliche Einnahmen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro bringen. Er zieht einen Vergleich zur allgemeinen Preisentwicklung: „Auch beim Friseur haben sich schließlich die Preise erhöht.“

Generationengerechtigkeit im Blick

Der Ökonom argumentiert, dass nicht nur Leistungserbringer wie Ärzte und Kliniken, sondern auch die Patienten zur Finanzierung des Gesundheitssystems beitragen müssten. Besonders ältere Menschen, die häufiger medizinische Versorgung in Anspruch nehmen, würden zwar stärker betroffen sein, doch dies sei „generationengerecht und steuert“. Andernfalls würden die Kosten einseitig von den Beitragszahlern getragen.

Augurzky plädiert für ein umfassendes Reformpaket statt der Diskussion um Einzelmaßnahmen, da dies die Akzeptanz unpopulärer Entscheidungen erleichtern könnte.

Streit um freiwillige Leistungen

In der Debatte um freiwillige Kassenleistungen, wie beispielsweise Homöopathie, widerspricht Augurzky dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Gassen hatte eine Streichung dieser Leistungen gefordert. Augurzky hält diesen Vorstoß für nicht zielführend. Wenn der Staat alle freiwilligen Leistungen unterbinde, mit denen Krankenkassen im Wettbewerb agieren könnten, würde dies den Wettbewerb im Gesundheitswesen stark einschränken.