Alle Anteile gehen an die GESCO SE
Für ARKU beginnt ein Eigentümerwechsel, der am operativen Kurs zunächst wenig ändern soll. Die GESCO SE hat am 1. Oktober 2026 eine verbindliche Vereinbarung über den Erwerb sämtlicher Anteile an der ARKU Maschinenbau GmbH unterzeichnet. Der Kaufpreis bleibt vertraulich. GESCO ist eine börsennotierte Industriegruppe, die sich auf mittelständische Technologieunternehmen konzentriert.
ARKU entwickelt und baut Präzisionsrichtmaschinen, Bandanlagen und Entgratmaschinen für die industrielle Blechbearbeitung. Der Hauptsitz liegt in Baden-Baden-Haueneberstein. Hinzu kommt ein Produktionsstandort im rund 15 Kilometer entfernten Bühl; weitere Richt- und Entgratzentren betreibt die Gruppe in den USA und China.
Die Übernahme betrifft damit einen Maschinenbauer mit klarer regionaler Verankerung und internationalem Geschäft. ARKU erwartet für 2026 einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt die Gruppe nach Angaben der Unternehmen 189 Menschen.
Was die Mitteilung für Beschäftigte sagt – und was offenbleibt
Das bestehende ARKU-Management soll nach dem Eigentümerwechsel im Amt bleiben und die operative Entwicklung der Standorte weiter verantworten. GESCO und der bisherige Gesellschafter stellen unternehmerische Kontinuität sowie die weitere Entwicklung des Unternehmens in den Mittelpunkt ihrer Mitteilung.
Eine Standortgarantie oder konkrete Beschäftigungszusage wird darin jedoch nicht genannt. Ebenso fehlt eine Aufschlüsselung, wie viele der 189 Beschäftigten in Baden-Baden, Bühl, den USA oder China arbeiten. Auch zu möglichen Veränderungen bei Produktion, Investitionen oder Personal machen die Unternehmen keine Angaben. Aus dem angekündigten Verbleib des Managements lässt sich deshalb kein weitergehendes Versprechen für einzelne Standorte ableiten.
Übernahme verändert auch die GESCO-Prognose
Die wirtschaftliche Bedeutung der Transaktion zeigt sich bereits in der Jahresprognose des Käufers. ARKU soll rückwirkend zum 1. Oktober 2026 erstmals in den GESCO-Konzernabschluss einbezogen werden. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet GESCO dadurch mit 10 bis 13 Millionen Euro zusätzlichem Konzernumsatz.
Die Umsatzprognose für 2026 steigt deshalb von bislang 515 bis 530 Millionen Euro auf 525 bis 543 Millionen Euro. Beim Konzernergebnis nach Anteilen Dritter bleibt GESCO dagegen bei 15 bis 20 Millionen Euro. Für das vierte Quartal erwartet der Vorstand noch keinen wesentlichen Ergebnisbeitrag aus ARKU, weil Erstkonsolidierung und Transaktionskosten den operativen Beitrag voraussichtlich ausgleichen.
Für den Standort Baden-Baden ist damit vor allem der Eigentümerwechsel bestätigt. Wie GESCO ARKU strategisch weiterentwickelt und ob daraus zusätzliche Investitionen oder Veränderungen an den Standorten folgen, ist in den veröffentlichten Unterlagen noch nicht konkretisiert.



