Hilfe über Appelle hinaus
Vor der Sudan-Konferenz am Mittwoch in Berlin mahnt der ehemalige UN-Gesandte Volker Perthes dringend Taten statt nur Worte an. „Im und um den Sudan sind mehr Menschen als anderswo auf Lebensmittel und medizinische Hilfe angewiesen“, sagte Perthes dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Konferenz müsse sicherstellen, dass humanitäre Hilfe tatsächlich mobilisiert werde und nicht bei leeren Appellen bleibe.
Besonders wichtig sei nicht nur die Höhe der Unterstützung, sondern auch deren effiziente Verteilung. Perthes kritisiert, dass Hilfsgüter oftmals von den Kriegsparteien behindert oder sogar für eigene Zwecke zweckentfremdet würden. Dies müsse durch klare Vereinbarungen und Überwachung verhindert werden.
Gold als Kriegswaffe
Ein zentraler Punkt in Perthes‘ Forderungen ist der Stopp von Goldimporten aus dem Sudan. „Der Sudan ist der drittgrößte Goldproduzent in Afrika. Mit den Einnahmen finanzieren die Kriegsparteien ihre Kriegsführung“, erklärte er. Ein Importverbot sei daher ein entscheidender Schritt, um die Kämpfe einzudämmen.
Das aus dem Sudan stammende Gold wird derzeit größtenteils in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Ägypten exportiert. Von dort gelange es weiter auf den Weltmarkt und somit auch nach Europa, so Perthes. Dieses finanzielle Standbein der Konfliktparteien müsse ausgetrocknet werden.
Druck auf Verbündete
Eine Chance auf einen Waffenstillstand sieht Perthes nur, wenn die mit den Kriegsparteien verbündeten Länder ihre Unterstützung einstellen. „Wenn der Nachschub an Waffen, Munition und Brennstoff ausbleibt, dürfte das die Bereitschaft erhöhen, sich auf eine Beruhigung der Lage einzulassen“, betonte der Ex-UN-Gesandte.
Hierbei sieht Perthes insbesondere Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate in der Pflicht. Die USA sollten auf diese Länder einwirken, ihre Einflussnahme im Sudan zu reduzieren und auf Deeskalation drängen.