Dritter Rückgang in Folge
Im ersten Quartal 2026 waren in Deutschland rund 45,6 Millionen Menschen erwerbstätig. Das ist ein saisonbereinigter Rückgang um 61.000 Personen oder 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Bereits in den beiden Quartalen zuvor war die Erwerbstätigkeit um jeweils 0,1 Prozent zurückgegangen.
Ohne saisonale Bereinigung fiel der Rückgang deutlicher aus: Gegenüber dem vierten Quartal 2025 sank die Zahl der Erwerbstätigen um 486.000 Personen oder 1,1 Prozent. Zwar ist ein Rückgang im ersten Quartal saisonal üblich, doch fiel die Abnahme mit über 100.000 Personen stärker aus als im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025.
Vorjahresvergleich zeigt Abwärtstrend
Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 hat die Zahl der Erwerbstätigen um 157.000 Personen abgenommen (-0,3 Prozent). Dies setzt einen Trend fort, der bereits im dritten Quartal 2025 begann: Damals sank die Beschäftigung erstmals seit dem Frühjahr 2021 im Vorjahresvergleich. Nach einem Höchststand des Beschäftigungsanstiegs Mitte 2022 flachte die positive Entwicklung seitdem stetig ab.
Dienstleistungen stabil, Industrie schwächelt
Während die Erwerbstätigkeit in den Dienstleistungsbereichen leicht zunahm (+45.000 Personen, +0,1 Prozent), gab es außerhalb dieses Sektors kräftige Verluste von 202.000 Personen (-1,8 Prozent).
Im Detail: Der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit setzte seinen Aufwärtstrend fort und verzeichnete ein Plus von 181.000 Personen. Auch die Bereiche Sonstige Dienstleistungen (+21.000) und Finanz- und Versicherungsdienstleister (+13.000) zeigten Zuwächse.
Dagegen schrumpfte die Erwerbstätigkeit im Bereich Information und Kommunikation (-24.000). Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch die Arbeitsvermittlung zählt, vergrößerte sich das Minus auf 72.000 Personen. Auch im Handel, Verkehr und Gastgewerbe gab es einen Rückgang um 81.000 Personen.
Produzierendes Gewerbe unter Druck
Das produzierende Gewerbe ohne das Baugewerbe verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang um 171.000 Personen (-2,1 Prozent). Im Baugewerbe sank die Beschäftigung um 27.000 Personen (-1,1 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei um 4.000 Personen (-0,7 Prozent).
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und Selbstständigkeit
Die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist laut Bundesamt im vierten Quartal 2025 zu Ende gegangen. Im ersten Quartal 2026 setzte sich der Abwärtstrend fort. Die Zahl der marginal Beschäftigten ging um 120.000 auf 42,0 Millionen Personen zurück. Auch die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank um 37.000 auf 3,6 Millionen.
Arbeitsvolumen bundesweit stabil
Trotz des Rückgangs der Erwerbstätigenzahl sind die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden pro Person im ersten Quartal 2026 leicht gestiegen. Mit 344,2 Stunden war dies ein Zuwachs von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen blieb damit mit 15,7 Milliarden Stunden unverändert (0,0 Prozent).



