Lohnforderungen an Leistung koppeln

DIW: Produktivität als Maßstab im Tarifstreit

DIW: Produktivität als Maßstab im Tarifstreit

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

In Tarifkonflikten wie bei Bahn und im öffentlichen Dienst fordert das DIW eine stärkere Berücksichtigung der Produktivitätsentwicklung. Nur so könnten Lohnsteigerungen fair und nachvollziehbar gestaltet werden, meint DIW-Chef Fratzscher. Dabei spiele die starke Verhandlungsposition vieler Arbeitnehmer eine entscheidende Rolle.

Fehlende Kennzahl in Lohnverhandlungen

Während die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn und im öffentlichen Dienst auf Hochtouren laufen, kritisiert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Lücke in der Debatte um Lohnerhöhungen. Laut DIW-Chef Marcel Fratzscher werde die Produktivität der Arbeitnehmer zu selten als Maßstab herangezogen.

„Wenn die Menschen sagen können, ich produziere auch wirklich vier Prozent mehr in meiner Arbeitszeit pro Jahr, dann finde ich es völlig legitim, dass auch die Löhne um vier Prozent steigen“, erklärte Fratzscher gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Diese Kopplung von Lohnsteigerungen an konkrete Produktivitätszuwächse hält der Ökonom für einen fairen Ansatz.

Arbeitsmarkt: Arbeitnehmer mit starker Position?

Fratzscher sieht in der aktuellen Arbeitsmarktlage eine günstige Position für Arbeitnehmer, insbesondere für jene, die durch Tarifverträge und Gewerkschaften abgesichert sind. Obwohl Millionen Menschen arbeitslos seien, gäbe es gleichzeitig eine hohe Zahl von offenen Stellen. „So gesehen hätten die Arbeitnehmer eine starke Position“, so Fratzscher. Dies betreffe etwa die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland.

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