Fratzscher sieht Warnsignal für AfD

DIW-Chef: Orban-Abwahl schadet Europas Rechtspopulisten

DIW-Chef: Orban-Abwahl schadet Europas Rechtspopulisten

Tisza-Anhänger feiern am 12. April 2026 ihren Wahlsieg in Ungarn. Foto: dts Nachrichtenagentur

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, deutet den Machtwechsel in Ungarn als deutliche Niederlage für rechte Populisten in Europa. Er sieht in der Abwahl von Viktor Orban ein "politisches Urteil über ein ganzes Modell" und eine Schwächung der populistischen Ideologie, die auch in Deutschland Anklang findet.

Modell Orban gescheitert

Das System des langjährigen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, das auf Nationalismus, Korruption und wirtschaftlicher Stagnation fußte, hat aus Sicht des DIW-Präsidenten Marcel Fratzscher nicht bestanden. „Autoritäre Populisten sind verwundbar, wenn ihre Bilanz sichtbar wird“, sagte Fratzscher dem „Handelsblatt“. Die Niederlage Orbans in Ungarn sei somit ein klares politisches Signal.

Warnsignal für Deutschland?

Besonders für Rechtspopulisten in Deutschland und Europa sei der Sturz Orbans ein deutliches Warnsignal. „Orban war ihr Vorbild – sein Sturz entlarvt die Leere ihrer Versprechen“, so der DIW-Chef. Die pro-europäische Tisza-Partei errang einen deutlichen Wahlsieg.

Orbans Verbündete unter Druck

Fratzscher zieht auch eine Verbindung zur US-Politik. Der Machtwechsel in Ungarn sei ein „empfindlicher Rückschlag“ für die Verbreitung der „MAGA-Ideologie“ Donald Trumps in Europa. Trump und sein Vizekandidat JD Vance hatten Orban im Wahlkampf unterstützt. Nach Ansicht des DIW-Präsidenten stehen Trump, Orban und ihre Anhänger für eine Politik, die „Feindbilder statt Lösungen, Spaltung statt Wohlstand“ propagiert.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .