Ministerium plant mehr Komfort im Gesundheitswesen

Digital statt Papier: Termine und Überweisungen werden elektronisch

Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Künftig sollen Patienten Termine beim Arzt über ihre elektronische Patientenakte (ePA) buchen und digitale Überweisungen erhalten können. Ein Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht vor, die Versorgung für Bürger nutzerfreundlicher zu gestalten und gleichzeitig Leistungserbringer zu entlasten. Die Änderungen sollen Wartezeiten reduzieren und den Informationsaustausch zwischen Ärzten beschleunigen.

Digitale Wege zur Versorgung

Wer künftig ärztliche Hilfe benötigt, soll den Weg über die elektronische Patientenakte (ePA) finden. Nach den Plänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ist es bald möglich, über die ePA Termine zu buchen. Ein Entwurf für ein Gesetz, das Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen stärken soll, sieht hierfür eine bundeseinheitliche Erstberatung vor. Diese soll über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen erfolgen.

Wird ein Behandlungsbedarf festgestellt, kann der Termin direkt digital in der ePA gebucht werden – ob für eine Praxisvisite oder eine Videosprechstunde. Akute Beschwerden sollen über ein standardisiertes System zur Ersteinschätzung geleitet werden.

Überweisung wird digital

Eine weitere Neuerung ist die elektronische Überweisung. Nach Feststellung des Behandlungsbedarfs und der Terminbuchung soll die Überweisung über die Telematikinfrastruktur versendet werden, sobald diese verfügbar ist. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband sollen die genauen Regelungen dafür festlegen.

Ab dem 1. September 2029 sollen Ärzte verpflichtet sein, diese digitale Überweisung anzubieten. Das Ministerium erhofft sich davon eine bessere Koordination der Patientensteuerung und eine Beschleunigung des Informationsflusses zwischen Haus- und Fachärzten. Ziel ist es, die Zettelwirtschaft zu beenden und Wartezeiten in Arztpraxen zu verkürzen.

Informationen zur ePA werden zusammengeführt, Überweisungsdaten und deren Einlösung sollen nach 100 Tagen automatisch gelöscht werden. Patienten haben in Ausnahmefällen die Wahl, weiterhin auf Papierdokumente zu bestehen.

Regulierung für Buchungsplattformen

Darüber hinaus will das Ministerium private Anbieter von digitalen Terminbuchungsplattformen wie Doctolib oder Jameda stärker regulieren. Die Anforderungen sollen von der KBV und dem GKV-Spitzenverband definiert werden. Dabei soll sichergestellt werden, dass kommerzielle Drittnutzungen des Buchungsprozesses unterbunden und der Datenschutz sowie die Datensicherheit gewährleistet sind. Dies soll eine diskriminierungsfreie digitale Terminvermittlung ermöglichen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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