Entspannung an den Märkten
Der DAX notiert am Montagmorgen im Plus. Gegen 9:30 Uhr lag der Leitindex bei rund 24.190 Punkten, ein Zuwachs von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.
„Die weltweiten Aktienmärkte erlebten im April einen wahren Kaufrausch der Anleger“, erklärte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. „Vor den anstehenden Sitzungen der US-Notenbank und der EZB sowie der Zahlenflut aus der Berichtssaison dürfte sich das Tempo der Aktienkäufe jedoch etwas verlangsamen.“ Laut Stanzl setzen Anleger nun auf ein Ende des Iran-Kriegs, auf starke Quartalszahlen, die die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen trotz hoher Energiepreise belegen, sowie auf die Erwartung, dass Zentralbanken den Inflationsschub als temporär einstufen und keine Zinserhöhungen vornehmen.
US-Berichtssaison im Fokus
An der Wall Street steht die entscheidende Woche der Berichtssaison an. Zahlreiche große US-Unternehmen legen ihre Quartalsergebnisse vor. Anleger erhoffen sich weiterhin hohe Investitionen in KI-Datenzentren, die die starken Kursgewinne bei KI-Aktien der vergangenen Wochen rechtfertigen könnten. US-Unternehmen übertreffen bislang häufiger die Erwartungen als europäische. Die Hoffnung besteht, dass die US-Wirtschaft höhere Energiepreise und Lieferkettenprobleme besser verkraftet.
Volatilität auf Niedrigststand
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Zahlen von Microsoft, Alphabet, Meta und Amazon am Donnerstag. Die Volatilität an den Märkten ist laut Stanzl bereits deutlich gesunken – auf dem Niveau des ersten Kriegstages im DAX. Dass die US-Volatilität sogar unter dieses Niveau gefallen ist und die Kurse dort höher stehen, deutet darauf hin, dass viele Anleger die Belastungen des Iran-Kriegs zunehmend ausblenden. Der Konflikt wird für die meisten Marktteilnehmer als weitgehend abgeschlossen betrachtet, die Frage sei nun eher, wann die Straße von Hormus wieder frei passierbar sein wird.
Euro legt zu, Ölpreis steigt deutlich
Der Euro zeigte sich am Montagmorgen ebenfalls stärker und kostete 1,1733 US-Dollar. Der Goldpreis stieg leicht um 0,2 Prozent auf 4.718 US-Dollar pro Feinunze. Der Ölpreis verzeichnete am Morgen einen deutlichen Anstieg: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 107,70 US-Dollar.