Börse unter Druck
Der deutsche Leitindex Dax hat am Mittwoch im Xetra-Handel das Vortagesniveau nicht halten können. Bei 24.195 Punkten schloss der Index 0,3 Prozent im Minus. Nach einem freundlichen Handelsstart drehte der Markt im Tagesverlauf ins Minus, konnte sich aber zeitweise erholen, bevor es am Nachmittag erneut bergab ging.
Iran-Konflikt belastet
Experten sehen die Ursache für die Zurückhaltung europäischer Investoren im anhaltenden Misstrauen gegenüber der ausgerufenen Waffenruhe im Iran-Krieg. Die Blockade der Straße von Hormus bleibe bestehen, was den Schiffsverkehr weiterhin beeinträchtige. Diese Unsicherheit spiegelt sich im Ölpreis wider, der erneut die Marke von 100 Dollar pro Barrel Brent überschritt.
Die gestiegenen Energiepreise treffen laut Marktanalysten die europäische Wirtschaft härter als die US-Ökonomie. Anleger preisen diese Entwicklung offenbar schon ein. Die einseitige Verlängerung der Feuerpause im Nahen Osten trage zudem nicht zur Vereinfachung der Lage bei, da unklar bleibt, wer auf iranischer Seite tatsächlich verhandlungsfähig ist und ob Abkommen umgesetzt werden könnten.
Blick auf Unternehmenszahlen
Vor diesem Hintergrund rückt die laufende Berichtssaison stärker in den Fokus der Investoren. Sie erhoffen sich von den vorgelegten Unternehmenszahlen Hinweise auf die aktuelle wirtschaftliche Verfassung einzelner Sektoren. Während US-Flugzeugbauer Boeing bei den Auslieferungen die Erwartungen verfehlte, blickt die Börse gespannt auf die anstehenden Zahlen von Tesla. Das allgemeine Sentiment ist eher abwartend geblieben.
Energiepreise im Aufwind
An der Frankfurter Börse führten zuletzt Siemens Energy die Kursliste an, gefolgt von RWE und Infineon. Am Ende der Rangliste fanden sich die Papiere der Deutschen Telekom, MTU und Commerzbank. Parallel zum Dax-Minus stieg der Gaspreis. Für eine Megawattstunde Gas zur Lieferung im Mai wurden 43 Euro aufgerufen, ein Zuwachs von vier Prozent zum Vortag. Dies würde für Verbraucher bei dauerhafter Entwicklung voraussichtlich Kosten von neun bis elf Cent pro Kilowattstunde bedeuten.
Der Ölpreis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kletterte am Mittwochnachmittag auf 101,40 US-Dollar, was einem Anstieg von drei Prozent im Vergleich zum Vortagsschluss entspricht.
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Mittwochnachmittag leicht schwächer. Ein Euro war 1,1723 US-Dollar wert.