Sparkurs oder Mitarbeiter zuerst?

Commerzbank: Mitarbeiterinteressen bei Übernahmeprüfung im Fokus

Commerzbank: Mitarbeiterinteressen bei Übernahmeprüfung im Fokus
Foto: Commerzbank-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Commerzbank signalisiert im Übernahmekampf mit Unicredit, dass die Interessen ihrer Beschäftigten Priorität bei der Prüfung des italienischen Angebots haben. Vorstandschefin Bettina Orlopp betonte dies in einer internen Mitteilung. Gleichzeitig deutet sich an, dass Vorstand und Aufsichtsrat eine Ablehnung des Angebots empfehlen könnten.

Klarheit für die Belegschaft

Interne Botschaften der Commerzbank-Spitze offenbaren eine klare Prioritätensetzung: Bei der Bewertung des von Unicredit angekündigten Übernahmeangebots sollen die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an erster Stelle stehen. Dies hat Vorstandschefin Bettina Orlopp in einer Nachricht an die Belegschaft verkündet, über die das „Handelsblatt“ berichtet.

„Wir als Vorstand haben gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Pflicht, das angekündigte Angebot der Unicredit, sobald es veröffentlicht wird, zu prüfen“, erklärte Orlopp. Die Prüfung werde mit „gebote[…] Sorgfalt und Verantwortung“ erfolgen. Dabei sollen „die Interessen aller Stakeholder einfließen – insbesondere eure Interessen als Mitarbeitende.“

Ablehnung wahrscheinlich?

Hinter den Kulissen scheint sich eine andere Richtung abzuzeichnen. Mehrere mit der Materie vertraute Insider gehen laut „Handelsblatt“ davon aus, dass sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat der Commerzbank den Aktionären eine Ablehnung des Offerts empfehlen werden. Die Sorge: Eine feindliche Übernahme durch Unicredit ergebe keinen Sinn und verspreche nicht die erhofften Synergieeffekte. Auch der gebotene Preis wird als für die Anteilseigner nicht attraktiv genug eingeschätzt.

Appell ans Tagesgeschäft

Orlopp zeigte Verständnis für die Verunsicherung, die die fortlaufenden Spekulationen zur Folge haben. „Ich kann gut verstehen, wenn euch die aktuelle Situation möglicherweise beunruhigt“, schrieb sie. Dennoch appellierte sie eindringlich an die Belegschaft, sich nicht ablenken zu lassen. „Auf unsere tägliche Arbeit sollte sie allerdings bis auf Weiteres keine Auswirkungen haben. Wir machen weiter und arbeiten wie gewohnt mit voller Kraft an der Umsetzung unserer Strategie. Unseren Kunden stehen wir dabei aber unverändert zur Seite.“

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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