AfD-Spitze gerät wegen Nahost-Kurs unter Druck
Tino Chrupalla, Bundes- und Fraktionschef der AfD, hat sich deutlich von den Äußerungen seines Parteikollegen Markus Frohnmaier zum Nahost-Konflikt distanziert. Chrupalla erklärte in einem Interview mit RTL und ntv, dass die von Frohnmaier geschilderten Sichtweisen zwar nachvollziehbar seien, man aber nicht die Angriffe und die Tötung von Zivilisten feiern dürfe.
Frohnmaier, außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, hatte zuvor die „chirurgische Präzision und klare Zielorientierung“ eines US-Militärschlags hervorgehoben und damit einen anderen Ton angeschlagen. Chrupalla widersprach dieser Darstellung entschieden. Er stellte die „chirurgische Kriegsführung“ infrage, insbesondere wenn dabei iranische Mädchenschulen getroffen würden und es zu zahlreichen Opfern komme. „Ich feiere nicht Raketenangriffe, egal auf welches Land und von wem sie kommen. Das kann man nicht feiern, weil immer Zivilisten getötet werden. Und das kann man nur verurteilen“, betonte Chrupalla. Zwar räumte er ein, Frohnmaiers Aussagen nicht direkt als Feiern zu bezeichnen, die Kritik an der Wortwahl war ihm jedoch anzumerken.
Der AfD-Chef hob die Verpflichtung seiner Partei zum Völkerrecht und zur UN-Charta hervor. „Vor diesen besorgniserregenden Bildern in Nahost haben wir immer gewarnt“, sagte Chrupalla. Er könne die Beweggründe Israels zwar nachvollziehen, sehe jedoch die Zielsetzungen des Landes und der USA kritisch. Von einem Regimewechsel auf diese Weise sei er nicht überzeugt.
Trump-Kritik und Friedenshoffnung
Chrupalla äußerte sich auch kritisch zur Rolle von US-Präsident Donald Trump. „Donald Trump ist als Friedenspräsident gestartet“, so Chrupalla. Er merkte an, dass selbst Trumps eigene Anhänger die jüngsten Angriffe kritisch sehen würden. „Am Ende wird Donald Trump als Kriegspräsident enden. Will er das? Das muss er dann auch seinen Wählern erklären. Vor allem, wenn diese Angriffe und auch diese Kriegsführung keinen Erfolg haben.“ Er verband damit die Hoffnung, dass ein militärisches Vorgehen nicht zum angestrebten Ergebnis führe, um eine Eskalation zu vermeiden.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)


