Datenschutz ein Hemmschuh
Vizeadmiral Thomas Daum macht deutlich: Eine Nutzung der Palantir-Software ist aktuell keine Option für die Streitkräfte. „Das sehe ich momentan überhaupt nicht“, erklärte er dem Wirtschaftsblatt „Handelsblatt“. Als Hauptgrund nannte Daum die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit nationaler Daten. „So sehr wir an der Funktionalität interessiert sind für unseren eigenen Datenbestand, so unvorstellbar ist es eben momentan, Industriemitarbeiter auf den nationalen Datenbestand zuzulassen.“
Deutsche Alternativen im Test
Das US-Unternehmen Palantir, das für seine Analysefähigkeiten bekannt ist, zeigte sich auf Anfrage des „Handelsblatts“ enttäuscht, betonte aber, dass ein Einsatz ihrer Software auch ohne physische Präsenz von Mitarbeitern möglich sei.
Für die Bundeswehr stehen nun andere Anbieter im Fokus. Laut Informationen des „Handelsblatts“ wurden zwei deutsche und ein französischer Anbieter ausgewählt: Almato aus Stuttgart (eine Tochter der Datagroup), das Berliner Startup Orcrist sowie Chapsvision aus Paris, das als das „französische Palantir“ gilt. Deren Software soll diesen Sommer unter die Lupe genommen werden. Ein Auftrag wird für das Jahresende anvisiert.
Diese Entscheidung ist Teil eines zentralen Projekts der Bundeswehr: Bis 2030 soll eine eigene, geschützte private Cloud für Datenverarbeitung und Künstliche Intelligenz entstehen. Eine Kernkomponente ist eine Software, die Informationen aus unterschiedlichen Datenbanken bündeln kann – eine Aufgabe, für die nun offenbar deutsche und europäische Lösungen bevorzugt werden.