Hightech-Drohnen für die Truppe
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Mittwoch eine wichtige Weichenstellung für die Rüstung der Bundeswehr vorgenommen. Insgesamt sechs Vorlagen mit einem Volumen von jeweils 25 Millionen Euro wurden für die Beschaffung neuer Großprojekte bewilligt. Darunter befinden sich auch zwei Rahmenvereinbarungen zur Beschaffung von Loitering Munition Systems (LMS), die umgangssprachlich als „Kamikazedrohnen“ bezeichnet werden.
Deutsche Start-ups im Fokus
In einem ersten Schritt sollen die Fähigkeiten dieser „Kamikazedrohnen“ durch Bestellungen bei den deutschen Verteidigungs-Startups Stark Defence und Helsing evaluiert werden. Bevor die volle vertragliche Summe abgerufen werden kann, müssen die Systeme strenge Qualifikationsnachweise erbringen und die Anforderungen der Streitkräfte erfüllen. Die Abnahme der optionalen Mengen ist jedoch nicht zwingend.
Wichtige Fähigkeit in modernen Konflikten
Das Bundesverteidigungsministerium begründet die Notwendigkeit von LMS mit den Erkenntnissen aus aktuellen Konflikten. Diese Systeme gelten als Schlüsselfähigkeit für moderne Armeen. Loitering Munition zeichnet sich dadurch aus, dass sie lange über einem Zielgebiet verweilen kann, bevor sie zum Einsatz kommt. Mit ihren eigenen Sensoren können die Drohnen Ziele am Boden autonom erkennen und dem Bediener melden. Nach erfolgter Freigabe kann der Flugkörper Ziele mit hoher Präzision angreifen.
Menschliche Kontrolle bleibt zentral
Das Ministerium betont, dass die finale Entscheidung zur Bekämpfung stets beim Menschen liege. Durch den räumlichen Abstand zum Einsatzgebiet minimiere der Gebrauch von LMS zudem das Risiko für die eigenen Soldaten.


