Deutsch-argentinisches LNG-Geschäft im Fokus

Bundesregierung prüft LNG-Garantien für Argentinien

Bundesregierung prüft LNG-Garantien für Argentinien
Foto: Archivbild: Ein schwimmendes LNG-Terminal im Hafen von Wilhelmshaven.

Berlin erwägt staatliche Absicherung für Flüssigerdgas-Importe aus Argentinien. Eine entsprechende Voranfrage liegt dem Bundeswirtschaftsministerium vor. Das Geschäft mit Argentinien birgt Risiken, da das südamerikanische Land als wirtschaftlich instabil gilt und deutsche Garantien diese abfedern sollen.

Staatliche Bürgschaft für Gaslieferungen?

Die Bundesregierung prüft derzeit, ob sie künftige Flüssigerdgas-Importe aus Argentinien mit staatlichen Garantien absichern soll. Bestätigt wurde, dass seit Ende Januar eine entsprechende Voranfrage vorliegt. Sie bezieht sich auf ein wichtiges LNG-Projekt in der argentinischen Provinz Rio Negro.

Die angefragte Absicherung betrifft sogenannte „Ungebundene Finanzkredite“. Diese sind typischerweise für Rohstoffvorhaben im Ausland gedacht. Stellt ein Unternehmen Argentiniens einen Antrag, könnten deutsche Garantien Kredite gegen wirtschaftliche und politische Ausfallrisiken sichern. Fällt das Projekt dennoch aus, würde der deutsche Staat den größten Teil der Verluste tragen.

Neue Partnerschaft Sefe und Southern Energy

Hintergrund dürfte eine geplante Gaspartnerschaft zwischen dem bundeseigenen Unternehmen Sefe und dem argentinischen Energieriesen Southern Energy sein. Beide Partner haben im Dezember 2025 eine Liefervereinbarung bekannt gegeben. Ab Ende 2027 will Sefe jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen LNG aus Südamerika beziehen. Das entspricht fast einem Drittel der aktuellen deutschen Flüssigerdgas-Importe.

Das Erdgas für dieses Vorhaben soll aus der argentinischen Förderstätte Vaca Muerta in Patagonien stammen. Von dort soll es über zwei schwimmende Terminals im Golfo San Matias nach Europa verschifft werden. Eine staatliche Absicherung könnte für die Realisierung des Projekts entscheidend sein, da Argentinien nicht gerade für seine wirtschaftliche Stabilität bekannt ist.

Klimaprüfung und Flexibilisierung

Die Frage, ob der Staat tatsächlich in Gasprojekte investieren und dafür bürgen sollte, ist allerdings umstritten. Unter dem damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte die Bundesregierung im Jahr 2023 eine „Klimaprüfung“ für solche Garantien beschlossen. Ziel war es, sicherzustellen, dass geförderte Projekte im Einklang mit dem 1,5-Grad-Klimaziel stehen.

Aktuell plant die Regierung eine „Flexibilisierung“ dieser Leitlinien. Diese Prüfung sei derzeit im Gange, teilte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums mit.

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