Forsa-Umfrage zeigt klaren Willen zur höheren Besteuerung hoher Einkommen

Breite Mehrheit für Reichensteuer

Breite Mehrheit für Reichensteuer

Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Eine klare Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine stärkere Besteuerung von sehr hohen Einkommen aus. Laut einer Forsa-Umfrage halten 76 Prozent der Befragten eine Erhöhung der Abgaben für Menschen mit über 300.000 Euro Jahreseinkommen für sinnvoll. Dies gilt offenbar unabhängig von Wohnort oder eigener Einkommenssituation.

Mehrheit wünscht höhere Steuern für Spitzenverdiener

Die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage zeichnen ein deutliches Bild: Eine überwältigende Mehrheit der Bundesbürger befürwortet eine höhere Besteuerung von Menschen mit sehr hohen Einkommen. Speziell die Idee, ein Jahreseinkommen von über 300.000 Euro stärker zu belasten, findet bei 76 Prozent der Befragten Anklang. Lediglich 22 Prozent lehnen diesen Vorschlag ab, während zwei Prozent unentschlossen sind.

Bemerkenswert ist die breite Zustimmung quer durch die Bevölkerung. Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland herrscht bei dieser Frage Einigkeit. Auch bei den Einkommensgruppen zeigt sich ein einheitliches Bild. Selbst jene, die ein monatliches Haushaltseinkommen von 4.000 Euro oder mehr erzielen, sprechen sich mit 74 Prozent mehrheitlich für eine stärkere finanzielle Beteiligung der Wohlhabenden aus.

Politische Lager uneins – Grüne an der Spitze

Die Unterstützung für eine Reichensteuer variiert allerdings je nach politischer Präferenz. Während Anhänger der Unionsparteien CDU/CSU mit 73 Prozent mehrheitlich dafür sind, steigt die Zustimmung bei den SPD-Wählern auf beachtliche 89 Prozent. Die deutliche Spitzenposition nehmen Wähler der Grünen ein, wo 95 Prozent den Vorschlag als sinnvoll erachten. Deutlich reservierter zeigen sich hingegen Anhänger der AfD: Nur 38 Prozent von ihnen halten eine stärkere Besteuerung von Spitzenverdienern für wünschenswert.

Die Daten stammen aus einer Erhebung von Forsa, für die zwischen dem 29. und 30. April 1.000 Bürgerinnen und Bürger befragt wurden. Beauftragt wurde die Umfrage vom Magazin „Stern“ und dem Sender RTL.

Söder öffnet Tür für Debatte

Hintergrund der anhaltenden Diskussion ist eine Äußerung von CSU-Chef Markus Söder. Er hatte jüngst in der ARD-Sendung „Arena“ signalisiert, dass eine „Reichensteuer“ für ihn kein Tabu darstelle. Die Einnahmen könnten potenziell zur Entlastung von Menschen mit niedrigeren oder mittleren Einkommen genutzt werden. Kurz nach dieser Aussage machte Söder jedoch gleichzeitig klar, dass er die Abschaffung des Solidaritätszuschlags anstrebt, was wiederum vor allem höhere Einkommen begünstigen würde, da dieser ab 2025 nur noch ab einem zu versteuernden Einkommen von 73.483 Euro fällig wäre.

Angesichts der angespannten Haushaltslage in Deutschland wird innerhalb der Regierungskoalition über Möglichkeiten diskutiert, Besserverdienende stärker zur Kasse zu bitten. Insbesondere die SPD hatte in der Vergangenheit wiederholt eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes gefordert, was bisher auf Widerstand aus der Union stieß. Auch Söder hatte entsprechende Steuer- und Abgabenerhöhungen bislang kategorisch abgelehnt.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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