Tuttle angeblich von Atmosphäre und Spannungen getroffen

Berlinale: Kulturstaatsminister Weimer spricht von Rückzugsangebot der Intendantin

Berlinale: Kulturstaatsminister Weimer spricht von Rückzugsangebot der Intendantin
Foto: Tricia Tuttle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach den kontroversen Vorfällen bei der Berlinale hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU) das Angebot von Intendantin Tricia Tuttle zum Rückzug thematisiert. Weimer beschrieb Tuttle als tief betroffen von den Reaktionen auf pro-palästinensische und anti-israelische Proteste und gehe davon aus, dass sie die Festivalleitung angesichts der angespannten politischen Lage kaum fortführen könne. Dies habe sie ihm und seinem Amtschef mitgeteilt.

Rückzug im Raum

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat Einblicke in die Entwicklung nach dem Eklat bei der Berlinale gegeben. Laut Weimer hat die Festivalleiterin Tricia Tuttle von sich aus ihren Rückzug als Intendantin angeboten. Er habe mit ihr und seinem Amtschef am Dienstag über die schwierige Situation gesprochen.

Tuttle wirkte nach Aussage des Staatsministers tief getroffen von den Nachwirkungen der pro-palästinensischen und anti-israelischen Proteste sowie den Reaktionen darauf. Sie habe geäußert, in der „vergifteten Atmosphäre und ihren politischen Spannungen“ die Berlinale kaum weiterführen zu können. Angesichts eines solchen Vorfalls und wenn die Intendantin ihre eigene Zukunft infrage stelle, müssten die zuständigen Gremien beraten.

Gremien eingeschaltet

Weimer hat daraufhin den Aufsichtsrat informiert. Weitere Details würden aus Gründen der Vertraulichkeit und angesichts laufender Gespräche nicht genannt. Eine Sitzung des Aufsichtsrats mit Tuttle ist für Mitte der Woche angesetzt. Nach Weimers Einschätzung streben alle Beteiligten eine rasche Klärung an.

Weimer wies Kritik aus der Filmbranche an seinem Vorgehen zurück und sprach von teils „Unkenntnis der Lage“. Er betonte, dass die Solidaritätsadressen für Tuttle ihr guttun und sie ermutigen würden. Gleichzeitig übte er deutliche Kritik an verharmlosenden Aussagen bezüglich „Israel-Hass und Aktivisten-Aggressivität“.