Rostock teuerstes Pflaster
Wer in Deutschland Bauland sucht, muss tief in die Tasche greifen. Die Preise haben sich in den vergangenen knapp zehn Jahren in der Spitze verzehnfacht. Besonders deutlich wird das am Beispiel von Rostock: Hier kletterten die Quadratmeterpreise für Wohnbauplätze für Mehrfamilienhäuser von 60 Euro im Jahr 2015 auf 543 Euro – ein Plus von 805 Prozent.
Auch andere Städte verzeichnen massive Steigerungen. Darmstadt liegt mit einem Anstieg von 167 Prozent auf Rang zwei, gefolgt von Hamm mit 159 Prozent. Die Liste der boomenden Baulandmärkte für Mehrfamilienhaus-Grundstücke umfasst laut Auswertung des Bundesbauministeriums weitere Städte wie Brandenburg an der Havel, Freiburg, Frankfurt am Main, Berlin, Erlangen, Rosenheim, Emden und Kaufbeuren.
Eigenheimbau nicht billiger
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Grundstücken für Eigenheime. Hier führt ebenfalls Darmstadt die Liste an, mit einem Preisanstieg von 167 Prozent. Knapp dahinter folgen Fürth (160 Prozent) und Chemnitz (155 Prozent). Berlin, Jena, Freiburg, Braunschweig, Mainz, Rosenheim und Kaufbeuren sind ebenfalls unter den Top-Kommunen mit rasant steigenden Baulandpreisen für Einfamilienhäuser.
Die Linken-Politikerin Caren Lay sieht diese Entwicklung kritisch. Sie fordert ein Ende der Bodenspekulation, um mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen. „Die Explosion der Bodenpreise ist unsozial und gefährlich“, sagte Lay dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Wer Grund und Boden besitze, könne durch bloßes Abwarten reicher werden.
Lay schlägt vor, sich am Beispiel Wien zu orientieren. Kommunen müssten die Möglichkeit erhalten, Grundstückspreise für den sozialen Wohnungsbau zu deckeln. „Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen“, betonte die Wohnungsexpertin der Linksfraktion.

