Einigung ohne Arbeitskampf

Bahn und GDL: Kompromiss nach zähen Verhandlungen

Bahn und GDL: Kompromiss nach zähen Verhandlungen
Foto: Logo der Deutschen Bahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach wochenlangen Tarifverhandlungen ist eine Einigung zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erzielt worden. Die Details sollen am Freitagvormittag bekannt gegeben werden. Damit sind Streiks auf der Schiene in den kommenden Monaten vorerst abgewendet. Die Verhandlungen waren die ersten seit 2018, die ohne Warnstreiks zu einem Abschluss kamen.

Ende der Streikdrohung

Die Deutsche Bahn und die GDL haben sich auf einen Tarifkompromiss geeinigt. Ein Erfolg, der diesmal ohne die üblichen Warnstreiks zustande kam. Beide Parteien wollen die Ergebnisse ihrer Gespräche am Freitagvormittag der Öffentlichkeit präsentieren.

Für die Fahrgäste und die Bahn bedeutet dies eine vorläufige Entspannung. Die Gefahr weiterer Zugausfälle und massiver Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs ist damit gebannt.

Erste Einigung unter neuem GDL-Chef

Besonders markant: Die nun beendete Tarifrunde ist die erste, die unter der Führung des neuen GDL-Bundesvorsitzenden Mario Reiß ohne Streiks abgeschlossen wurde. Frühere Verhandlungen, zuletzt die von 2018, waren noch vom heutigen Alt-Chef Claus Weselsky geprägt und von Arbeitskämpfen begleitet.

Die Gespräche zwischen Bahn und GDL hatten im Januar begonnen, nachdem der alte Tarifvertrag Ende Dezember ausgelaufen war. Insgesamt waren fünf Verhandlungsrunden angesetzt. Die GDL befand sich bis Ende Februar in einer sogenannten Friedenspflicht, die sie an friedlichen Verhandlungen hinderte.

Details des Angebots

Die Deutsche Bahn legte Mitte Februar ein erstes Angebot vor. Dieses umfasste eine Lohnerhöhung von 3,8 Prozent in zwei Schritten. Durch Anpassungen im Tarifsystem sollten die Gehälter zusätzlich um weitere 2,2 Prozent angehoben werden. Dies hätte auch die von der GDL geforderte zusätzliche Entgeltstufe beinhaltet. Hinzu kam ein Angebot einer Einmalzahlung von 400 Euro.

Ein zentraler Streitpunkt blieb die Laufzeit des neuen Tarifvertrags. Die Arbeitgeber strebten 30 Monate an, die GDL drängte auf lediglich 12 Monate. Weiterhin im Raum stand die Auslegung des Tarifeinheitsgesetzes, das regelt, welche Tarifverträge in einem Betrieb Anwendung finden, abhängig von der Mitgliederzahl der jeweiligen Arbeitnehmervertretung.