Winter legt Bautrupps lahm
Wochenlang konnten auf der Strecke Hamburg-Berlin keine Arbeiten stattfinden. Laut InfraGO-Vorstand Gerd-Dietrich Bolte liegen die Ursachen auf der Hand: „Wir haben es mit dem stärksten Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren zu tun.“ Das führte dazu, dass beispielsweise die Verlegung von Kabeln für die Signal- und Stellwerkstechnik wegen vereister und zugefrorener Kabelkanäle nicht wie geplant erfolgen konnte.
Auch Arbeiten an der Oberleitung waren genauso betroffen wie die Montage von Weichenantrieben und Signalanlagen. Auf einigen Streckenabschnitten reicht der Bodenfrost laut Bahn bis zu 70 Zentimeter tief. Das macht ein Vorankommen schlichtweg unmöglich.
Neue Taktung und Personalaufstockung
Sobald der Boden wieder aufgetaut ist, müssen die verschobenen Arbeiten neu eingetaktet werden. Eine deutliche Verstärkung des Baustellenpersonals ist geplant, sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen. Bis zum 13. März soll ein neues Konzept für die Inbetriebnahme vorliegen. Ziel ist, eine für Reisende und Güterverkehrsunternehmen verträgliche Lösung zu finden.
Mögliche Kollision mit weiteren Bauarbeiten
Die Bahn warnt vor möglichen „Wechselwirkungen“ mit den ab 1. Mai startenden, umfangreichen Sanierungsarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover. Eine Anpassung des Zeitplans für die Inbetriebnahme der Nord-Süd-Verbindung könnte eine Neudispositionierung der Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr zwischen Hamburg und Berlin erfordern.