Wintereinbruch stoppt Arbeiten
Die erhoffte Wiedereröffnung der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin Ende April ist geplatzt. Ein massiver Wintereinbruch seit Ende Dezember hat die Bauarbeiten am Fernverkehrskorridor massiv behindert.
Die Bahn spricht vom stärksten Winter seit über 15 Jahren. „Diverse Arbeiten seien witterungsbedingt seit Ende Dezember nicht möglich“, sagte InfraGO-Vorstand Gerd-Dietrich Bolte. Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik können nicht verlegt werden, da die Kanäle vereist sind. Auf manchen Abschnitten reicht der Bodenfrost bis zu 70 Zentimeter tief.
Oberleitung und Weichen im Frost
Auch Arbeiten an der Oberleitung, die Montage von Weichenantrieben und Stellwerken sind seit Wochen zum Erliegen gekommen. Sobald der Boden aufgetaut ist, müssen die gestoppten Arbeiten neu geplant und die Belegschaft auf der Baustelle deutlich verstärkt werden.
Bis zum 13. März soll ein neues Konzept für die Inbetriebnahme vorliegen. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die sowohl für Reisende als auch für Unternehmen des Güterverkehrs akzeptabel ist.
Synergieeffekte mit anderen Baustellen
Allerdings warnt die Bahn vor möglichen Folgeproblemen. Ab dem 1. Mai sind umfangreiche Sanierungsarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover geplant. Eine Verschiebung der Wiedereröffnung der Strecke nach Berlin könnte hier zu „Wechselwirkungen“ führen. Die Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr zwischen den beiden größten deutschen Metropolen müssten bei einer Neuplanung der Berliner Strecke neu bewertet werden, um die Funktionalität zu gewährleisten.