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Neuer Aktionsplan des Landes

Baden-Württemberg will Impflücken schließen: Neuer Aktionsplan soll Impfquoten erhöhen

Baden-Württemberg will Impflücken schließen. Ein neuer Aktionsplan soll Impfangebote verbessern, digitale Erinnerungen stärken und besonders niedrige Impfquoten wie bei HPV erhöhen.

Baden-Württemberg will Impflücken schließen: Neuer Aktionsplan soll Impfquoten erhöhen
Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand. Das Land Baden-Württemberg hat einen neuen Aktionsplan zur Stärkung des Impfschutzes vorgestellt.
Roland Geiger

Land bündelt Maßnahmen gegen Impflücken

Baden-Württemberg hat einen neuen Aktionsplan vorgelegt, um den Impfschutz im Land zu verbessern. Das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit hat das Papier gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus dem Gesundheitswesen erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen fünf Handlungsfelder: bessere Information, leichter zugängliche Impfangebote, stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten, die Prüfung von Anreizmodellen sowie eine engere Zusammenarbeit der beteiligten Stellen.

Hintergrund sind Impfquoten, die in Baden-Württemberg bei mehreren Schutzimpfungen unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Besonders deutlich zeigt sich das bei der HPV-Impfung. Nach den vom Land genannten Daten des Robert Koch-Instituts waren 2024 in Baden-Württemberg 42 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 26 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Bundesweit lagen die entsprechenden Werte bei 55 beziehungsweise 36 Prozent.

HPV-Impfung zeigt den Handlungsbedarf besonders deutlich

Humane Papillomviren können verschiedene Krebserkrankungen verursachen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollen nach den Empfehlungen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass die Impfung besonders wirksam ist, wenn sie frühzeitig erfolgt. Für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren sind für einen vollständigen Impfschutz grundsätzlich zwei Impfdosen vorgesehen. Wer ungeimpft ist und die Impfserie erst ab 15 Jahren beginnt, benötigt nach den aktuellen Empfehlungen drei Dosen.

Für Familien in Baden-Württemberg bedeutet das vor allem: Ein Blick in den Impfpass kann zeigen, ob empfohlene Impfungen fehlen. Bei offenen Fragen sollte der Impfstatus ärztlich oder in einer anderen dafür vorgesehenen medizinischen Beratungsstelle geprüft werden.

Impfangebote sollen leichter erreichbar werden

Der Aktionsplan setzt nicht nur auf Aufklärung. Das Land will Impfangebote künftig niedrigschwelliger und besser erreichbar machen. Dazu sollen bestehende Strukturen vor Ort stärker miteinander vernetzt und digitale Möglichkeiten genutzt werden, um Impflücken früher zu erkennen und an anstehende Impfungen zu erinnern.

Geprüft werden außerdem geeignete Vergütungs- und Anreizmodelle. Welche konkreten neuen Angebote daraus in einzelnen Städten und Landkreisen entstehen, geht aus der ersten Veröffentlichung des Aktionsplans noch nicht abschließend hervor. Entscheidend wird deshalb sein, wie die vereinbarten Maßnahmen in den kommenden Monaten umgesetzt werden.

Breite Allianz aus Gesundheitswesen unterstützt den Plan

Unterstützt wird der Aktionsplan unter anderem von Krankenkassen, Ärzte- und Pflegeverbänden, der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, der Landesärztekammer, der Landesapothekerkammer, dem Hebammenverband und weiteren Organisationen. Das Land setzt damit auf eine gemeinsame Strategie statt auf einzelne, voneinander getrennte Impfkampagnen.

Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand erklärte bei der Vorstellung, Ziel seien weniger Impflücken, höhere Impfquoten und ein besserer Schutz der Bevölkerung. Ob sich die Quoten tatsächlich erhöhen, lässt sich erst mit späteren Auswertungen beurteilen.

Aktuelle Impfempfehlungen bleiben maßgeblich

Der neue Landesplan ersetzt keine medizinische Einzelfallberatung und ändert die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission nicht. Maßgeblich bleiben die jeweils aktuellen STIKO-Empfehlungen und die individuelle ärztliche Einschätzung. Das Robert Koch-Institut stellt die Impfempfehlungen und Informationen zur HPV-Impfung laufend aktualisiert bereit.

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