Sammelausschreibung

Baden-Württemberg erneuert 31 Brücken: Investitionsstau zwingt zu schnellen Maßnahmen

Die 1983 geabuet Aichtalbrücke. Die Straßenbrücke der autobahnähnlich ausgebauten B27 Stuttgart-Tübingen, zwischen Aichtal-Aich und Aichtal-Grötzingen ist Teil der Ausschreibung.

Foto: Foto: qwesy qwesy, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0" title="Creative Commons Attribution 3.0">CC BY 3.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53524056">Link</a>

Die Infrastruktur in Baden-Württemberg steht vor einer großen Herausforderung: 31 marode Brücken müssen dringend saniert oder ersetzt werden. Die Straßenbauverwaltung des Landes hat eine Sammelausschreibung gestartet, um diesen Investitionsstau zu beheben. Doch das Problem ist größer als gedacht. Mit einem Auftragsvolumen von 30 Millionen Euro und geschätzten Baukosten von 150 Millionen Euro stellt sich die Frage, ob diese Maßnahmen ausreichen, um das drohende Verkehrschaos zu verhindern. Immer mehr Brücken aus den Boom-Jahren des Straßenbaus erreichen jetzt ihre Altersgrenze.

Sammelausschreibung umfasst 31 Brücken – ein Tropfen auf den heißen Stein?

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann setzte große Hoffnungen in die Sammelausschreibung: „Wir nutzen die zur Verfügung stehenden Mittel effektiv, um die Voraussetzungen zur nachhaltigen Sicherung der Verkehrsinfrastruktur zu schaffen.“ Doch angesichts der Tatsache, dass das Land rund 4.000 Bundesstraßenbrücken und etwa 3.300 Landesstraßenbrücken betreut, wirkt die Sanierung von 31 Brücken wie der Anfang eines langen Weges. Mittelfristig müssen pro Jahr bis zu 100 Brücken im Bundes- und Landesstraßennetz instandgesetzt oder neu gebaut werden.

Der Zustand verschlechtert sich!

Trotz der Sanierungsstrategie seit 2011, die auf Erhalt vor Neubau setzt, droht ein Absinken des Gesamtzustands der Brücken. Viele Bauwerke stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, als der Straßenbau boomte. Diese Brücken erreichen nun das Ende ihrer Lebensdauer. „Zahlreiche Brücken im Land haben mittlerweile ein Alter erreicht, in dem eine Erneuerung dringend ansteht“, betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Aktuell muss etwa jede zehnte Brücke im Land saniert werden, sonst drohen langfristige Verkehrseinschränkungen.

Was passiert, wenn nichts geschieht? Unternehmen leiden am meisten

Wenn die Sanierungen nicht schnell umgesetzt werden, könnten insbesondere Unternehmen betroffen sein. Schwertransporte wären die ersten, die bei Brückensperrungen ausgebremst würden, was zu erheblichen Mehrkosten führt. Die Sammelausschreibung umfasst landesweit 31 Brücken mit einer Gesamtlänge von rund 3,8 Kilometern. Doch reicht das, um den drohenden Kollaps abzuwenden?

150 Millionen Euro – ein teures Unterfangen, aber unvermeidlich

Die Gesamtkosten für das Bauvolumen der 31 Brücken belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro. Das Ministerium für Verkehr hat die Sammelausschreibung als zentrale Vergabestelle durchgeführt, während die Abwicklung den Regierungspräsidien obliegt. Hermann sieht die Notwendigkeit zur Bündelung der Projekte: „Die Aufgaben werden von Jahr zu Jahr größer, wir müssen handeln.“ Doch bleibt die Frage offen, ob die finanziellen Mittel ausreichen, um den drohenden Verfall der Infrastruktur aufzuhalten.

Baden-Württemberg steht vor einem infrastrukturellen Wettlauf gegen die Zeit. Werden die aktuellen Maßnahmen genügen, um den drohenden Verkehrsinfarkt zu verhindern?