Sammelausschreibung umfasst 31 Brücken – ein Tropfen auf den heißen Stein?
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann setzte große Hoffnungen in die Sammelausschreibung: „Wir nutzen die zur Verfügung stehenden Mittel effektiv, um die Voraussetzungen zur nachhaltigen Sicherung der Verkehrsinfrastruktur zu schaffen.“ Doch angesichts der Tatsache, dass das Land rund 4.000 Bundesstraßenbrücken und etwa 3.300 Landesstraßenbrücken betreut, wirkt die Sanierung von 31 Brücken wie der Anfang eines langen Weges. Mittelfristig müssen pro Jahr bis zu 100 Brücken im Bundes- und Landesstraßennetz instandgesetzt oder neu gebaut werden.
Der Zustand verschlechtert sich!
Trotz der Sanierungsstrategie seit 2011, die auf Erhalt vor Neubau setzt, droht ein Absinken des Gesamtzustands der Brücken. Viele Bauwerke stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, als der Straßenbau boomte. Diese Brücken erreichen nun das Ende ihrer Lebensdauer. „Zahlreiche Brücken im Land haben mittlerweile ein Alter erreicht, in dem eine Erneuerung dringend ansteht“, betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Aktuell muss etwa jede zehnte Brücke im Land saniert werden, sonst drohen langfristige Verkehrseinschränkungen.
Was passiert, wenn nichts geschieht? Unternehmen leiden am meisten
Wenn die Sanierungen nicht schnell umgesetzt werden, könnten insbesondere Unternehmen betroffen sein. Schwertransporte wären die ersten, die bei Brückensperrungen ausgebremst würden, was zu erheblichen Mehrkosten führt. Die Sammelausschreibung umfasst landesweit 31 Brücken mit einer Gesamtlänge von rund 3,8 Kilometern. Doch reicht das, um den drohenden Kollaps abzuwenden?
150 Millionen Euro – ein teures Unterfangen, aber unvermeidlich
Die Gesamtkosten für das Bauvolumen der 31 Brücken belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro. Das Ministerium für Verkehr hat die Sammelausschreibung als zentrale Vergabestelle durchgeführt, während die Abwicklung den Regierungspräsidien obliegt. Hermann sieht die Notwendigkeit zur Bündelung der Projekte: „Die Aufgaben werden von Jahr zu Jahr größer, wir müssen handeln.“ Doch bleibt die Frage offen, ob die finanziellen Mittel ausreichen, um den drohenden Verfall der Infrastruktur aufzuhalten.
Baden-Württemberg steht vor einem infrastrukturellen Wettlauf gegen die Zeit. Werden die aktuellen Maßnahmen genügen, um den drohenden Verkehrsinfarkt zu verhindern?


