Verbraucherschützer warnen eindringlich

Altersvorsorge-Reform vor dem Aus?

Foto: Archivbild: Verbraucherzentrale Deutschland, via dts Nachrichtenagentur.

Kurz vor der Debatte im Bundestag schlagen Verbraucherschützer Alarm: Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge, gefördert von Finanzminister Lars Klingbeil, könnte nach Ansicht von Experten erneut hinter den Erwartungen zurückbleiben. Sie befürchten, dass vor allem unerfahrene Bürger weiterhin den Interessen von Finanzvermittlern ausgeliefert sein werden. Eine staatliche Lösung schwebt einigen als Alternative vor.

Schon wieder Riester 2.0?

Die Kritik von Verbraucherschutzseite lässt keinen Zweifel: Die Geschichte, so scheint es vielen Experten, wiederholt sich im Anlauf zur Neuausrichtung der privaten Altersvorsorge. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg äußert sich gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ deutlich: „Mit dieser Reform wird die private Altersvorsorge wieder scheitern.“

Interessen der Finanzlobby?

Eigentlich soll das neue Gesetzesvorhaben die Fehler der einst eingeführten, aber inzwischen unbeliebten Riester-Rente beheben. Doch die Sorge bleibt groß: Finanzprodukte sollen weiterhin über private Vermittler unters Volk gebracht werden. Nauhauser kritisiert: „Für Menschen, die sich nicht auskennen, ändert sich nichts.“ Sie würden weiterhin die Produkte erhalten, die den Vermittlern die höchsten Provisionen sichern.

Es wird sogar der Vorwurf laut, das Bundesfinanzministerium setze die Agenda der Finanzlobby um. Eine düstere Prognose wird geäußert: In zehn Jahren werde man feststellen, dass die private Altersvorsorge für viele einmal mehr nicht funktioniert hat. Stattdessen wird ein staatlicher Fonds nach schwedischem Vorbild als gangbarer Weg in den Raum gestellt.

Neues Depot ab 2027

Das Kabinett hatte die Pläne von Finanzminister Klingbeil bereits im Dezember gebilligt. Kern der Reform ist neben den bisherigen Produkten mit Garantien ein neues Altersvorsorgedepot. Dieses soll höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen und ab Januar 2027 für Bürger verfügbar sein.