Kritik an Entwurf hält an

Altersvorsorge-Reform: Verbraucherschützer warnen vor erneutem Fiasko

Foto: Bundesgeschäftsstelle der Verbraucherzentrale Bundesverband (Archivbild).

Kurz vor der parlamentarischen Debatte über das neue Altersvorsorge-Gesetz schlagen Verbraucherschützer Alarm. Sie befürchten, dass die geplante Reform grundlegende Fehler der gescheiterten Riester-Rente wiederholt und die private Altersvorsorge für viele Bürger erneut ins Leere laufen lässt. Finanzminister Klingbeils Vorhaben erhalten Gegenwind.

Erneute Warnung vor Reformbruch

Der Bundestag steht kurz vor der Einbringung des neuen Altersvorsorge-Gesetzes. Doch schon im Vorfeld hagelt es Kritik von Verbraucherschützern. Sie befürchten, dass die Reform, die die Auswüchse der unbeliebten Riester-Rente überwinden soll, erneut scheitern wird. Die Geschichte wiederholt sich“, mahnt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegenüber der „Süddeutschen Zeitung.

Finanzlobby im Vorteil?

Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die fortgesetzte Beibehaltung des privaten Finanzproduktvertriebs. „Für Menschen, die sich nicht auskennen, ändert sich nichts“, so Nauhauser. Das Risiko sei groß, dass Finanzvermittler weiterhin Produkte mit der höchsten Provision verkaufen, anstatt die besten Lösungen für die Kunden zu finden. Nauhauser wirft dem Bundesfinanzministerium vor, eine Agenda der Finanzlobby umzusetzen.

Schweden als Vorbild?

Nach Ansicht der Verbraucherschützer wird die Gesellschaft in zehn Jahren, ähnlich wie bei Riester, feststellen, dass die private Altersvorsorge für viele nicht funktioniert. Nauhauser plädiert stattdessen für einen staatlichen Fonds nach schwedischem Vorbild, um eine breitere und sicherere Altersvorsorge zu gewährleisten.

Neue Produkte ab 2027

Das Kabinett hatte die Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) im Dezember beschlossen. Die Reform sieht neben den bisherigen Produkten mit Garantien ein neues Altersvorsorgedepot vor, das höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen soll. Diese neuen Produkte sollen ab Januar 2027 für Verbraucher verfügbar sein.