Kritik am Gesetzentwurf

Altersvorsorge-Reform: Verbraucherschützer sehen Gefahr von neuem Fiasko

Foto: Symbolbild: Geldanlage

Kurz vor der Debatte im Bundestag warnen Verbraucherschützer die Bundesregierung vor einem erneuten Scheitern der privaten Altersvorsorge. Sie befürchten, dass die geplante Reform unter Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) die Fehler der Riester-Rente wiederholt und Verbraucher weiterhin finanziellen Vermittlern ausgeliefert sein werden.

Kritik vor der Einbringung

Am kommenden Donnerstag soll das neue Altersvorsorge-Gesetz in den Bundestag eingebracht werden. Doch schon jetzt schlagen Verbraucherschützer Alarm. Sie befürchten, dass die Reform, die eigentlich die Mängel der unbeliebten Riester-Rente ausräumen soll, in der Praxis zum erneuten Fiasko führen könnte.

„Die Geschichte wiederholt sich“

„Mit dieser Reform wird die private Altersvorsorge wieder scheitern“, sagte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg der „Süddeutschen Zeitung“. Er moniert, dass weiterhin Finanzprodukte privat vertrieben werden sollen. Für Menschen, die sich nicht auskennen, ändere sich damit nichts. Sie seien weiterhin den Finanzvermittlern ausgeliefert, die oft Produkte mit den höchsten Provisionen verkaufen würden, so die Kritik.

Agenda der Finanzlobby?

Nauhauser wirft dem Bundesfinanzministerium vor, eine Agenda der Finanzlobby umzusetzen. Ähnlich wie bei der Riester-Rente werde sich auch in zehn Jahren zeigen, dass die private Altersvorsorge für viele Bürger nicht funktioniere. Stattdessen fordert die Verbraucherzentrale einen staatlichen Vorsorgefonds nach schwedischem Vorbild.

Neues Depot ab 2027

Das Kabinett hatte die Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bereits im Dezember beschlossen. Neben den bisherigen Produkten mit Garantien sieht die Reform ein neues Altersvorsorgedepot vor. Dieses soll höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen. Die neuen Produkte sollen ab Januar 2027 auf dem Markt verfügbar sein.