Weniger Cent an der Zapfsäule
Seit dem 1. Mai sollten die Preise an deutschen Tankstellen spürbar sinken. Ursprünglich war eine Entlastung um etwa 16,7 Cent brutto pro Liter geplant, da die Energiesteuer auf Kraftstoffe reduziert wurde. Doch die Realität an den Zapfsäulen sieht anders aus. Der ADAC hat die Preisentwicklung genau beobachtet und festgestellt, dass die Verbraucher tatsächlich nur eine Reduzierung von rund 14 Cent pro Liter erfuhren.
Super E10 und Diesel unter dem Soll
Konkret bedeutete dies am 1. Mai für Super E10 eine Preisminderung von 13,7 Cent auf dann 1,989 Euro pro Liter. Diesel-Fahrer profitierten immerhin von 13,6 Cent weniger, der Liter kostete nun 2,063 Euro. Aus Sicht des ADAC ist das zu wenig. Die Steuersenkung müsse vollumfänglich an die Autofahrer weitergegeben werden, so die klare Forderung.
Ölpreis sinkt, Preise nicht
Zusätzlichen Spielraum für Preissenkungen hätte es eigentlich geben müssen. Der Ölpreis ist seit den Höchstständen Ende April gesunken. Diesen Rückgang an den globalen Märkten haben die Mineralölkonzerne offenbar nur teilweise an die heimischen Tankstellen weitergereicht. Der ADAC sieht hierin einen klaren Anlass zur Prüfung.
Österreich-Modell verschärft die Lage?
Befeuert wird die Preisdiskussion durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April. Dieses gesteht den Mineralölfirmen zu, Preise nur einmal täglich um 12 Uhr anheben zu dürfen. Preissenkungen sind hingegen jederzeit möglich. Kritiker bemängeln, dass diese Regelung Preiserhöhungen kurz vor dem Stichtag begünstige. Seit Beginn des Iran-Konflikts im März waren die Preise für Benzin und Diesel ohnehin stark gestiegen, mit immer neuen Rekorden beim Dieselpreis.